Irgendwie ist es schon kurios – mehr als die Hälfte der Deutschen sind Frauen, doch im Bundestag sieht man, wenn man nachzählt, ungefähr doppelt so viele Männer ihre Stimme erheben. Nun fordert der Verein 'Parité in den Parlamenten', den Spieß einmal umzudrehen: Statt Sonntagsreden zur Gleichberechtigung eine klare Sache – 50 Prozent Frauen ins Parlament. Wer wissen will, wie das gehen soll, klickt sich einfach hier zur Petition: www.openpetition.org/paritaetjetzt.
Zu den ersten Unterstützerinnen und Unterstützern gehören nicht nur klassische Frauenverbände, sondern auch der Deutsche Gewerkschaftsbund, ver.di, Männer-Interessenvertreter und noch einige mehr.
Das Grundgesetz, das seit 1949 zwar schön und gut Gleichberechtigung verspricht (Artikel 3, Absatz 2: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert..." – wie oft haben wir das schon gehört?), scheint zumindest in den Machtzentren weiter auf Lücke zu laufen. Frauen sieht man im Plenarsaal viel zu selten – dabei prägt Politik massiv unsere Lebenswirklichkeit. Wer das ändern möchte, ist jetzt gefragt: Am 23. Mai 2026 startet die neue Petition, am 24. Juni folgt ein Aktionstag mit Protest vor dem Bundestag.
Persönliche Zwischenfrage: Ob wir uns 2026 wirklich noch mit dem grundsätzlichen Problem der Geschlechterbalance beschäftigen sollten? Parität scheint nach wie vor ein dickes Brett, aber das Bohren lohnt sich vielleicht gerade deshalb. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten liefert der Verein selbst unter www.parite.eu oder direkt bei Dr. Nora Langenbacher (nora.langenbacher@parite.eu).
Die Petition #ParitätJetzt zielt auf ein Wahlrecht ab, das eine faire 50:50-Verteilung von Frauen und Männern im Bundestag garantieren soll. Trotz jahrzehntelanger Debatten ist die Kluft groß: Im aktuellen Bundestag liegt der Frauenanteil nur bei etwa 35 Prozent (Stand 2024). Andere europäische Länder, etwa Frankreich oder Spanien, nutzen längst gesetzliche Quoten, um Parität in Parlamenten zu erzwingen; in Deutschland gab es bislang Klagen und Diskussionen, aber keine bundesweite Quotenregelung.
Aktuelle Artikel (z.B. von Spiegel, FAZ) zeigen, dass die Forderung nach Parität auch von prominenten Politikerinnen wie Ricarda Lang (Grüne) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) mit Nachdruck gefordert wird – gleichzeitig stoßen rechtliche Bedenken und Widerstände, besonders von konservativer Seite, immer noch auf viel Gegenwehr. Die Diskussion hat in den vergangenen Tagen durch die Präsentation neuer Zahlen und parteiinterner Debatten wieder an Fahrt aufgenommen. Verdi und der DGB bekräftigen in ihren aktuellen Statements, dass mehr Diversität im Bundestag kein Gender-Aktivismus sei, sondern schlichtweg demokratische Normalität. Außerdem hat der European Institute for Gender Equality 2024 erneut festgestellt, dass gleichberechtigte Parlamente erfahrungsgemäß auch inklusivere und nachhaltigere Politik gestalten.