Handwerkspräsident plädiert für striktere Sparmaßnahmen bei Krankenkassen

Jörg Dittrich, Präsident des Handwerksverbands, macht Druck: Die Ampel sollte die Ausgaben bei den gesetzlichen Krankenkassen weit tiefer kürzen als bisher vorgesehen.

heute 09:41 Uhr | 2 mal gelesen

Laut einem aktuellen Bericht der 'Welt am Sonntag' forderte Dittrich entschlossene Schritte in der Gesundheitspolitik. Mit dem Hinweis auf halbherzige Maßnahmen kritisierte er, dass die Finanzkommission Gesundheit zwar ein Sparpotenzial von 40 Milliarden Euro ermittelt habe, aber die Regierung nur weniger als die Hälfte davon – etwa 16 Milliarden – tatsächlich angehen wolle. Für Dittrich steht fest: Nur durch deutliche und strukturelle Reformen können die Beiträge zur Sozialversicherung spürbar sinken. Gerade im Handwerk, wo die Lohnnebenkosten inzwischen beinahe 43 Prozent ausmachen und weiter steigen, werde der Druck zusehends unerträglicher. Das Ziel müsse wieder eine Belastungsgrenze von 40 Prozent sein – so Dittrich weiter. Insbesondere kleine und lohnintensive Betriebe würden unter den hohen Sozialabgaben leiden. Positiv äußerte sich Dittrich grundsätzlich zu einzelnen Rentenplänen, unter anderem der Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren. Er argumentiert, dass aus Einzelfällen keine pauschalen Regeln für alle gemacht werden sollten, daher unterstütze er die Anpassungspläne. Dennoch: In der aktuellen Wirtschaftslage seien auch diese Reformen kein Wundermittel für Wachstum. Skeptisch bleibt Dittrich bei der Diskussion um Minijobs. Die vollständige Streichung dieser Beschäftigungsform könne die Schwarzarbeit befördern, warnt er. Zwar sei es sinnvoll, die dauerhafte Nutzung von Minijobs kritisch zu prüfen, aber das Einziehen genereller Schranken halte er für einen Fehler. Schließlich nutzen viele Minijobber – etwa Studierende oder Hauptberufstätige – diese Nebenjobs, um ihren Lebensunterhalt aufzubessern. Zum umstrittenen Steuerbonus für Handwerkerleistungen sieht Dittrich Raum für Verbesserungen: Eine Bagatellgrenze und mehr Digitalisierung könnten helfen, Bürokratie zu reduzieren. Gesetzlich vorgeschriebene Leistungen wie die Schornsteinfegerprüfung sollten künftig vielleicht nicht mehr steuerlich absetzbar sein. Der Bundesrechnungshof hatte zuvor den Nutzen der steuerlichen Förderung für den Kampf gegen Schwarzarbeit infrage gestellt.

Jörg Dittrich, Chef des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, spricht sich für radikalere Einschnitte bei den gesetzlichen Kassen aus und will die Sozialabgabenbelastung senken, da besonders handwerksnahe Firmen unter den steigenden Kosten leiden. Die Bundesregierung hat trotz Empfehlungen aus der eigenen Expertenkommission deutlich weniger Sparvorschläge übernommen, was laut Dittrich nicht reicht, um die Beitragsentwicklung zu stoppen. Er warnt zudem vor Nebenwirkungen bei der Abschaffung von Minijobs und Steuerboni, plädiert aber für gezielte Reformen, die Schwarzarbeit vermeiden und Bürokratieabbau ermöglichen. Aktuelle Berichte aus anderen Quellen wie Tagesschau und Wirtschaftswoche bestätigen eine angespannte Finanzlage bei Krankenkassen und bringen Stimmen aus Politik und Gesundheitswesen, wonach 2025 mit Beitragserhöhungen zu rechnen ist. Bislang wurden Sparvorschläge teils aus Rücksicht auf Leistungskürzungen oder Widerstände aus den Reihen der Koalition verworfen. Experten befürchten, dass ohne tiefgreifende Reformen, wie sie etwa die OECD empfiehlt, sowohl Beitragszahler als auch Unternehmen weiter belastet werden, was vor allem für Betriebe in arbeitsintensiven Branchen wie dem Handwerk eine existenzielle Gefahr darstellt.

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