Hardt betont: Offener Seeweg an der Straße von Hormus ist Kerninteresse Deutschlands

Jürgen Hardt von der CDU unterstreicht, wie entscheidend freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus für Deutschland sowie die weltweiten Märkte ist – und schließt dabei notfalls auch militärisches Engagement nicht aus.

heute 11:33 Uhr | 2 mal gelesen

Man muss es klar sagen: Die Straße von Hormus ist zwar geografisch weit weg – aber ihr Einfluss reicht bis in unsere Wohnzimmer, zumindest spätestens beim Blick auf die Energierechnung. Gerade Jürgen Hardt, der Außenexperte der Union, lässt hier keinen Zweifel: Ein freier Zugang sei, so sagt er, fast schon ein wirtschaftliches Grundnahrungsmittel für unser Land. Im Zweifelsfall müsse Deutschland gemeinsam mit Partnern dafür sorgen, dass dieser Zugang gesichert bleibt. Interessant übrigens, wie nüchtern er dabei auch das Thema Minenabwehr anspricht – ein Einsatz, den oft niemand im Kopf hat, der aber vor Ort plötzlich zur realen Aufgabe werden kann. Alles natürlich im rechtlichen Rahmen, versteht sich. Zur aktuellen Annäherung zwischen Washington und Teheran bleibt Hardt reserviert. Die ersten Abmachungen sind seiner Einschätzung nach wenig konkret. Ob sich daraus tatsächlich eine Perspektive auf mehr Stabilität ergibt, müsse sich erst noch zeigen. "In den nächsten Tagen und Wochen", sagt er, werde sich die Lage deutlicher abzeichnen. Mir drängt sich beim Lesen auf: Es gibt Momente, in denen weltweite politische Scharmützel direkt an der eigenen Tankstelle spürbar werden. Auch das sollte man im Hinterkopf behalten.

Jürgen Hardt erkennt in der Straße von Hormus einen neuralgischen Punkt für Energiesicherheit und günstige Rohstoffpreise, nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte Weltwirtschaft. Er hält es für möglich, dass Deutschland sich im Bündnis mit anderen Ländern auch militärisch engagieren müsste, um freie Schifffahrt zu gewährleisten – im Falle von Konflikten oder Minengefahr unter klarer Beachtung des Völkerrechts und des Grundgesetzes. Skeptisch sieht Hardt indes die jüngsten US-Iran-Absprachen, die bislang wenig greifbar scheinen. Ergänzend dazu: Laut aktuellen Recherchen bleibt der Iran wegen seiner geopolitischen Stellung an der Straße von Hormus in der internationalen Aufmerksamkeit. Die jüngsten Gespräche zwischen den USA und dem Iran sind von wechselseitigem Misstrauen geprägt, auch wenn vorsichtige Zeichen der Entspannung lesbar sind. Die EU-Staaten, darunter Deutschland, befürworten eine internationale Absicherung der Handelswege, sind bei militärischem Eingreifen aber politisch gespalten – auch weil die Sicherung des Seewegs Konsequenzen für die eigene Versorgungslage und politische Glaubwürdigkeit hätte.

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