Der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) hat auf seiner Jahresversammlung in Münster eindringlich den Bundestag dazu angehalten, beim neuen Heizungsgesetz für bundesweite Einheitlichkeit zu sorgen. Spezielle Länderwege, die Verschärfungen erlauben, würden nach Ansicht des Verbands mehr Schaden als Nutzen stiften. Jobst Diercks, Vorstandschef des DVFG, kritisierte unter Verweis auf Hamburgs Sonderpläne, dass die von der Regierung versprochene Wahlfreiheit für Verbraucher zur Farce werde, solange die Länder das Bundesrecht weiter verschärfen könnten. Viele Energieversorger und Bürger sähen sich so doppelt reguliert. Was im einen Bundesland möglich sei, könne im nächsten bereits verboten sein – das verunsichere und behindere den Klimaschutz auf weiter Strecke.
Zur Grüngasquote, die nun in die Diskussion eingebracht wurde, erklärte Diercks, sie sei ein relevanter Hebel auf dem Weg zur klimafreundlichen Wärmeversorgung. Er warnte allerdings vor zunehmender Bürokratie bei der Umsetzung – gerade mittelständische Firmen bräuchten praktikable und niederschwellige Verfahren, um am Quotensystem teilzunehmen. Flüssiggas – hierzulande meist eine Mischung aus Propan und Butan, manchmal biogen oder bereits synthetisch erzeugt – verbrennt sauberer als viele fossile Alternativen. Es findet Anwendung in Hausheizungen, Landwirtschaft, Freizeit und als Autogas. Doch ohne verlässliche Regeln, so Diercks, bleibt der Umstieg riskant und unattraktiv.
Der DVFG fordert einheitliche Bundesvorgaben für den Heizungseinbau, damit regionale Verschärfungen ausgeschlossen werden. Verbraucher und Energieversorger seien durch variierende Landesgesetze überfordert und könnten Investitionen nicht mehr kalkulieren. Die Einführung einer Grüngasquote bewertet der Verband als grundlegend, mahnt aber zu einem möglichst unkomplizierten, bürokriearmen Nachweissystem, damit besonders kleinere Versorger nicht ausgebremst werden. Nach aktuellen Recherchen sind die Auseinandersetzungen um das Heizungsgesetz in ganz Deutschland weiterhin ein Zankapfel: Viele Wohnungsunternehmen fürchten, dass Kosten und Unsicherheiten auf die Mieter umgelegt werden könnten. Die Debatte spiegelt sich in zahlreichen Medien wider – mal werden technische, mal soziale, mal energiewirtschaftliche Aspekte betont. Inzwischen wächst offenbar auch in der Politik der Druck, regionale Sonderwege einzudämmen und eine praktikable, landesweit gültige Regelung zu etablieren. Gleichzeitig berichten mehrere Quellen, dass die Umsetzung der Grüngasquote und die Einbeziehung synthetischer Kraftstoffe schneller als gedacht voranschreiten, wobei die EU-Regulatorik eine zusätzliche Rolle spielt.