Investitionsflaute in Deutschland: Wie Steuern wirklich den Mittelstand ausbremsen – und was Unternehmer sofort ändern können

Leverkusen/Viersen – Seit Jahrzehnten hat Deutschland nicht mehr so wenig investiert wie aktuell. Statt darüber zu reden, verirrt man sich meist in Schlagworten wie Bürokratie, teuren Strom oder globalen Frust – dabei sitzt der eigentliche Hemmschuh wesentlich direkter unterm eigenen Schreibtisch: die Art, wie Gewinne besteuert werden. Steuerberater und Investor Nelson Cremers findet klare Worte und zeigt, wie kluge Steuernutzung zum Schlüssel für neue Investitionskraft werden kann.

heute 15:00 Uhr | 7 mal gelesen

Erst Anfang 2026 die nüchterne Bilanz: Ein winziges Wirtschaftswachstum nach zwei kriselnden Jahren – ganze 0,2 Prozent, sagt das Statistische Bundesamt. Präsidentin Ruth Brand putzt das Ergebnis auf einen Fakt herunter: Es wird weiterhin wenig investiert, egal ob Maschinen, Bauten oder neue Technik. Besonders bitter: Die Werte liegen ordentlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019 – und das, während die Welt nicht auf Deutschland wartet.

Wir diskutieren uns derweil müde an den immergleichen Problemen: zu viele Formulare, teure Energie, Streitereien mit China und Co. Alles richtig, aber unter dem Radar bleibt der dickste Brocken: das Steuersystem für Unternehmer. Ich sehe als Steuerberater: Wer weiß, welche legalen Wege es gibt, Steuern fair zu drücken, investiert mehr. Wer’s nicht weiß – und das ist die Mehrheit –, verschenkt Geld ans Finanzamt, statt es in die eigene Firma oder Mitarbeiter zu stecken.

Hier fängt das Drama an. Viele glauben, Steuern sind eine Naturgewalt wie das Wetter – nicht zu ändern, also macht man das Beste draus. Falsch gedacht. Steuern sind gestaltbar, es gibt Wege und Anreize, die der Gesetzgeber absichtlich einbaut. Die werden aber selten genutzt, weil Know-how fehlt und Berater aus Zeitmangel selten proaktiv unterstützen.

Konkretes Beispiel: 70 Prozent der Mittelständler zahlen faktisch den Höchststeuersatz. Sie sind also nicht zu klein, um Spielräume zu nutzen – sie tun’s nur einfach nicht, weil’s niemand erklärt. Das rächt sich: Im Mittelstand werden viele Vorhaben abgebrochen, nicht wegen fehlendem Mut, sondern schlichtem Kapitalmangel – das paradoxerweise oft vor allem ans Finanzamt überwiesen wird.

Das ist eine strukturelle Schieflage, kein persönliches Versagen. Viele Berater erledigen handwerklich klasse ihre Arbeit, zeigen aber selten, wie man mit legaler Gestaltungsfreude mehr Eigenkapital holt. Das führt zu einer massiven Übervorteilung zugunsten der ganz Großen: Apple, Google, Co. optimieren sich seit Jahrzehnten clever durchs Steuerrecht und wachsen gerade dadurch schneller. Das geht bei uns auch – wenn man die Tools kennt und anwendet.

Die TaxJourney – dieser Begriff passt ganz gut – läuft in drei Schritten ab: Zuerst werden Steuern rein verwaltet, dann kreativ gestaltet und im letzten Schritt strategisch zur aktiven Vermögensbildung eingesetzt. Wer es draufhat, bleibt nicht beim braven Zahlen stehen, sondern wird zum echten Steuer-Investor. Jeder Euro, den Sie legal weniger an Steuern zahlen, ist Kapital für Ihr eigenes Wachstum.

Sichtbar wird das am Investitionsabzugsbetrag (IAB) oder mit dem 2025 eingeführten Investitionsbooster: Hier kann man Investitionen steuerlich vorziehen, noch bevor auch nur eine Maschine gekauft ist. Diese Instrumente werden zu wenig bekannt gemacht, könnten aber mittelbar oder direkt enorme Liquidität freisetzen – genau das, woran die meisten scheitern.

Was folgt daraus? Warten hilft nicht. Unternehmer müssen die Chefrolle beim Thema Steuern akzeptieren, sich Wissen aneignen, gute Berater fordern – und Steuerstrategie zum festen Teil ihres unternehmerischen Handelns machen. Natürlich, das muss kein Selfmade-Steuerprofi werden, aber Basiswissen und gezielte Fragen sind Pflicht. Sonst läuft das wie beim Hausbau ohne Architektenplan: solide, aber nie wirklich passend zur eigenen Zukunft.

Deutschland ist kein Steuerparadies, aber jeder Unternehmer hat das Recht und die Pflicht, legale Steuerwege clever zu nutzen. Sonst verpufft neues Kapital, das eigentlich Jobs, Innovationen oder Modernisierungen schaffen könnte, einfach im Nirgendwo.

Über den Autor: Nelson Cremers ist Steuerberater, Unternehmer und Investor. Bei Cremers & Partner und dem SteuerMentoring unterstützt er Mittelständler und Selbstständige, durch smarte Strategien Liquidität zu schaffen und zukunftsfähig zu bleiben.

Pressekontakt: Angela Recino Bewegte Kommunikation – E-Mail: a.recino@bewegtkommunikation.de, Tel: 022412007011 / 01721652555

Original-Inhalt: Nelson Cremers SteuerMentoring via news aktuell

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Die Krise bei den Unternehmensinvestitionen ist vielschichtig: Neben Bürokratie und Energiepreisen wird die finanzielle Bremswirkung durch hohe Unternehmenssteuern in mittelständischen Betrieben oft unterschätzt. Nelson Cremers prangert in seinem Essay an, dass viele Mittelständler hohe Steuersätze wie ein Naturgesetz hinnehmen, statt die zahlreichen steuerlichen Gestaltungschancen für Innovation und Eigenkapital zu nutzen. Die vorgeschlagenen Lösungen – umfassende Wissenserweiterung und aktives Steuercoaching – werden zunehmend auch in der Presse diskutiert. In aktuellen Medienberichten wird die Wirtschaftsschwäche Deutschlands breit thematisiert: Das IW Köln berichtet, dass die Investitionsquote weiterhin niedrig und das Vertrauen in den Standort gesunken ist – Institutionen wie DIHK und Wirtschaftsforschungsinstitute fordern eine umfangreiche Entlastung der Unternehmen; Bürokratieabbau allein reicht dabei nicht aus, auch steuerliche Anreize werden als entscheidend angesehen. In der Praxis hat das neue Wachstumschancengesetz zwar einige Investitionsförderinstrumente (wie temporäre Sonderabschreibungen) gebracht, nach Meinung von Experten könnten aber gezielte Steuersenkungen – insbesondere für den Mittelstand – einen substanzielleren Unterschied machen. Energiewende, Personalmangel und geopolitische Unsicherheit verstärken den Effekt: Viele Betriebe könnten investieren, tun es aber aus Liquiditätsgründen nicht – ein zentraler Hebel wären gezielte Steueranreize und mehr Beratungsangebote für strategische Steuergestaltung.

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