Iran-Konflikt sorgt für Auftrieb beim ZEW-Index: Hoffnung beflügelt Konjunktur-Erwartungen

Im Juni 2026 zeigen sich die deutschen Konjunkturerwartungen laut ZEW deutlich optimistischer – ein Ende des Iran-Krieges schürt Zuversicht.

heute 11:22 Uhr | 3 mal gelesen

Mal ehrlich: Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet. Die aktuellen Zahlen des ZEW-Indexes springen im Juni plötzlich ziemlich weit nach oben – von Monat zu Monat ein Sprung um beachtliche 20,7 Punkte, sodass nun +10,5 Zähler zu Buche stehen. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hat also allen Grund zur Freude, auch wenn die Einschätzung zur tatsächlichen Lage in Deutschland eher trüb bleibt: Der Indikator taumelt weiter bei -81 Punkten, satte 3,2 Punkte schwächer als im vorherigen Monat. ZEW-Präsident Achim Wambach sieht den Grund ganz deutlich: „Der anhaltende Druck auf Energiepreise und Inflation lässt in Verbindung mit Hoffnung auf ein Ende des Iran-Konflikts nach.“ Das klingt erstmal technisch, aber steckt natürlich voller Emotion: Endlich mal positive Aussichten für die deutsche Industrie. Besonders spannend sind die Branchen: Nach mehreren Dämpfern in der Automobilindustrie geht es hier auf einmal steil bergauf – 21,9 Punkte mehr sind kein Pappenstiel. Auch Chemie/Pharma und Maschinenbau melden klare Zuwächse (+16 bzw. +9,2 Punkte). Selbst beim Konsum macht sich ein kleiner Hoffnungsschimmer bemerkbar: 11,7 Punkte Plus im Vergleich zum Vormonat. Aber bevor jetzt Euphorie ausbricht: Noch immer sind die Branchensalden im negativen Terrain – wirklich entspannt ist die Lage also nicht. Zum Beispiel am Bau: Dort sieht es düsterer aus, der Indikator fällt um 15,2 auf nun -12. Eine Rolle spielt hier wohl die EZB und ihre Zinserhöhung Mitte Juni. Und dann wären da noch die Erwartungen für die Eurozone insgesamt, die ebenfalls klar nach oben schnellen (+18,6 Punkte), doch auch da bleibt die Lagebewertung im Keller (-43,4). Für die große Wende braucht es wohl noch mehr als Hoffnung.

Die jüngsten Ergebnisse der ZEW-Umfrage zeigen: Nach langen Monaten des Zauderns setzt sich angesichts vager Friedensstimmung im Nahen Osten bemerkbare Zuversicht durch. Gerade der schwankende Energiemarkt reagiert sensibel auf Zeichen einer Entspannung, was Ventile für die gesamte Wirtschaft öffnet – vor allem für Branchen mit hohem Energiebedarf. Dennoch bleibt die nüchterne Realität bestehen: Trotz gefühltem Rückenwind verharren wesentliche Sektoren der Wirtschaft weiterhin auf Negativkurs, und die Belastungen durch politische Zinsentscheidungen sind keineswegs abgeklungen. Laut neuen Berichten aus den letzten 48 Stunden sieht es für die deutsche Wirtschaft zaghaft besser aus, reflexartig gestützt durch Hoffnungen auf Entspannung im Iran – allerdings bleibt der Immobilienmarkt abwärtsgerichtet, eine Folge sowohl von Nachfrageflaute als auch Zinsdruck. Deutschland- und EU-weit wird die konjunkturelle Entwicklung deswegen noch zurückhaltend beurteilt; Ökonomen warnen vor vorschnellem Optimismus, weil unkalkulierbare politische Risiken weiter alles beeinflussen können. Allgemein spüren sowohl Konsumenten als auch Industrie zaghaft Hoffnung, doch das breite Aufatmen bleibt bis auf Weiteres vertagt.

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