Italo holt Marc Giesen für Fernverkehrs-Offensive in Deutschland ab 2028 an Bord

Der italienische Bahnkonzern Italo will ab 2028 Deutschland aufmischen – federführend beim Sprung über die Alpen: Ex-Bahn-Manager Marc Giesen. Für das dichte Streckennetz sollen insgesamt 26 Siemens-Velaro-Züge erstmals auf deutschen Gleisen zum Einsatz kommen.

heute 15:32 Uhr | 2 mal gelesen

Italo rüstet auf: Deutschlangstart unter Giesens Regie

Italo, bislang bekannt für Hochgeschwindigkeitszüge quer durch Italien, bläst nun zur großen Offensiv in Deutschland. Fast lautlos hat sich das Unternehmen den zugerfahrenen Bahn-Mann Marc Giesen als Kopf für dieses Mammutprojekt gesichert.

Atrium & Mainsee: Zwei neue Ableger für den deutschen Markt

Kurze Randnotiz: Giesen wird als Chef die Italo-Tochter Atrium leiten. Der Mann kennt die deutsche Bahn-Branche aus dem Effeff – Jahrzehnte Erfahrung gehen nicht spurlos an einem vorbei. Parallel dazu bekommt Eva Kreienkamp als Geschäftsführerin der neu gegründeten Mainsee die Züge unter ihre Fittiche – sie ist schon länger Teil des Teams.

Ambitionierte Streckenpläne: 50 Fahrten täglich auf frischen Achsen

Was auffällt: Es ist nicht mit kleinen Brötchen getan. 19 Städte, 50 Zugverbindungen pro Tag, 1.600 Streckenkilometer. Zwei Kernrouten – München-Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg. Italo setzt hier erklärtermaßen auf mehr als nur punktuelle Konkurrenz zur Deutschen Bahn.

Große Pläne, große Züge – Siemens liefert Velaro-Flotte

Italo hat im Sommer tief in die Tasche gegriffen: Milliarden-Investitionen für rollendes Material von Siemens. Im Zentrum stehen dabei die traditionsreichen Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Velaro. 26 Stück, schnelles, elegantes Reisen – Italo setzt auf Tempo und Komfort für den Neustart.

Ein Markt im Wandel? Wettbewerb und Hoffnung auf Vielfalt

Das Überraschende: Es gibt längst Konkurrenz auf deutschen Schienen, etwa Flixtrain. Aber Italo will nicht nur einzelne Strecken erobern, sondern ein zusammenhängendes Hochgeschwindigkeitsnetz etablieren – ein bisschen wie ein Puzzle, das noch viele Teile sucht. Bei aller Technik bleibt es eine Herkulesaufgabe: Zulassungen, Bahnhöfe, Personal ... Es klingt unheimlich komplex, fast wie zehn Spiele Sudoku auf einmal.

Personalfragen und praktische Hürden: Mehr als nur Züge

Dass Giesen und Kreienkamp Verantwortung übernehmen, ist alles andere als ein Nebenaspekt. Denn Fahrpläne, Werkstätten, Behörden, internationale Abstimmung – der Papierkram alleine könnte schon einen eigenen Roman füllen. Für Reisende könnte die Ankunft von Italo nicht nur neue Optionen, sondern auch einen kleinen Innovationsschub bedeuten – vorausgesetzt die Züge fahren wirklich pünktlich und zuverlässig.

Italo, ein italienischer Anbieter von Hochgeschwindigkeitszügen, plant ab Mitte 2028 eine umfangreiche Expansion in Deutschland. Das Unternehmen hat Marc Giesen, einen ehemaligen Topmanager der Deutschen Bahn, engagiert, um Aufbau, Personal und Betrieb über die neu gegründete Firma Atrium zu steuern, während Eva Kreienkamp bei Mainsee die Fahrzeugflotte verantwortet. Herzstück der Investition sind 26 Siemens-Velaro-Züge, die bei einer Ankündigungssumme von 3,6 Milliarden Euro auf zwei Nord-Süd- und Ost-West-Hauptachsen den Bahnmarkt aufmischen sollen – in einem Markt, der bislang von der Deutschen Bahn dominiert, aber durch Flixtrain und Co. bereits etwas offener geworden ist. Die Konkurrenz könnte zumindest für Kundinnen und Kunden zu mehr Auswahl, aber auch Druck auf Preise und Servicequalität führen. Zusätzlich wurde in einigen aktuellen Presseberichten (z.B. bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung) darauf hingewiesen, dass die deutsche Bahnbranche durch den geplanten Markteintritt von weiteren Privatanbietern unter Reformdruck gerät und dass der Personalmangel im Schienenverkehr sowie langwierige Zulassungsverfahren beachtet werden müssen. Giesen und Kreienkamp stehen vor der Herausforderung, nicht nur neue Züge einzuführen, sondern auch bahninterne und gesetzliche Hürden zu überwinden, was maßgeblich über Erfolg oder Scheitern des ambitionierten Projekts entscheidet.

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