Kommunen schlagen Alarm: Landkreistag fordert mehr staatliche Unterstützung

Die geplante Finanzhilfe des Bundes stößt beim Deutschen Landkreistag auf scharfe Kritik – Hauptgeschäftsführer Kay Ruge bezeichnet das Vorhaben als unzureichend und fordert drastischere Entlastungen für Städte und Gemeinden.

heute 12:28 Uhr | 5 mal gelesen

Städte, Landkreise und selbst kleinere Orte stehen aktuell mit dem Rücken zur Wand – besonders finanziell. Die vom Bund vorgesehenen Mittel, die Länder und Kommunen jährlich mit einer Milliarde Euro unterstützen würden, reichen laut dem Landkreistag nicht annähernd aus, um die Löcher in den Haushalten zu stopfen. Kay Ruge, Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, sieht darin mehr einen symbolischen Akt als echte Hilfe und spricht von einem "Tropfen auf den heißen Stein". Gemeinden müssen sich weiterhin abstrampeln, um überhaupt genügend Geld für Schulen, Kitas oder die Nahverkehrsversorgung zusammenzukratzen. Obendrein bleibt aus Sicht der Landkreise sogar fraglich, ob überhaupt der volle Betrag dort ankommt, wo er gebraucht wird. Ruge kritisiert außerdem, dass die sozialen Ausgaben, beispielsweise für die Betreuung von Kindern, pflegebedürftigen Menschen oder Menschen mit Behinderung, von Jahr zu Jahr weiter steigen – über den eigentlichen Handlungsspielraum der Kommunen hinaus. Der Bund müsse dringend verhindern, dass solche Überforderungen künftig noch zunehmen. Kurz gedacht: Die aktuelle Gesetzesinitiative greift zu kurz und lässt Gemeinden weiterhin mit der schwersten Last allein. Ob das am Ende nicht sogar noch zu größeren Problemen führt? Ganz bestimmt, wenn man Rutges Mahnung folgt.

Der Landkreistag stellt klar: Die geplante Milliarde jährliche Unterstützung versickert im Vergleich zum tatsächlichen Bedarf rasch. Gerade in den letzten Monaten ist der finanzielle Druck auf Kommunen noch einmal gestiegen – nicht zuletzt, weil sie an gesetzlichen Sozialleistungen kaum noch sparen können. Themen wie Inflation, Investitionsstau bei der Infrastruktur und zunehmende Aufgabenlast führen dazu, dass die Kritik am Entwurf aus der Kommunalpolitik immer lauter wird. Die aktuellen Zahlen zeigen: Viele Städte und Landkreise schieben mittlerweile gewaltige Defizite vor sich her und warnen vor Einschnitten bei wichtigen Leistungen. Immer mehr Kommunalpolitiker:innen schließen nicht aus, dass dies die soziale Stabilität und das Vertrauen in den Staat vor Ort gefährden könnte. Auf Grundlage aktueller Recherchen verdeutlichen auch Nachrichten von den letzten Stunden: Bundesweite Debatten um die tatsächliche Wirkung und Zielgenauigkeit von Entlastungen für Kommunen nehmen weiter Fahrt auf. Im Fokus steht insbesondere, wie schnell Hilfe ankommt – viele Bürgermeister:innen registrieren keine Entspannung. Dazu kommen Forderungen, dass künftige Entlastungspakete besser an die echte Finanznot der Kommunen angepasst werden müssten, etwa durch verbindliche Festschreibungen im Finanzausgleich, transparentere Förderverfahren und stärkere Berücksichtigung regionaler Unterschiede.

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