Krankenkassen schlagen Alarm: Ohne Reformen könnten Beiträge bald steigen
Angesichts des Versprechens von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Zusatzbeiträge stabil zu halten, fordert der GKV-Spitzenverband zügige Maßnahmen der Politik – andernfalls droht zum Jahresende eine erneute Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. "Wir versuchen zu verhindern, dass weiterhin mehr Geld aus den Taschen der Versicherten und deren Arbeitgeber verschwindet", erklärte Oliver Blatt, der Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands, gegenüber der "Rheinischen Post".
heute 11:00 Uhr | 3 mal gelesen
Sollte die Bundesregierung nicht sehr schnell mit konkreten Reformen in die Gänge kommen, droht laut GKV-Spitzenverband zum Jahresende ein weiterer Anstieg bei den Zusatzbeiträgen. Das Problem ist nicht klein: 2023 legten die Gesamtausgaben der Krankenkassen um 7,8 Prozent zu – von 327 auf 352 Milliarden Euro. Besonders die Kosten für stationäre Behandlungen gingen durch die Decke, ein Plus von fast zehn Prozent (jetzt 111 Milliarden Euro). Auch im ambulanten Bereich stiegen die Kosten um 7,6 Prozent auf satte 54 Milliarden, während die Ausgaben für Medikamente nochmal fast sechs Prozent mehr ausmachten (insgesamt 58 Milliarden Euro). Damit rechnet der Verband für das laufende Jahr mit Ausgaben von rund 370 Milliarden – ein Plus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Einnahmen durch Beiträge wachsen aber längst nicht so rasant, sondern nur um knapp fünf Prozent. Die Kluft wird also größer. "Der Druck ist gewaltig – ohne Reformen werden die Beiträge entweder steigen oder bestenfalls stabil bleiben, aber günstiger wird es sicher nicht", mahnt Blatt. Für fast alle großen Kostenfaktoren – Krankenhäuser, Ärzte, Arzneimittel – braucht es aus seiner Sicht endlich mutige Sparmaßnahmen durch die Regierung.
Der GKV-Spitzenverband erhöht den Druck auf die Bundesregierung, rasche und wirksame Reformen im Gesundheitssystem auf den Weg zu bringen. Angesichts explodierender Ausgaben, insbesondere bei Krankenhausbehandlungen, droht schon zum Jahresende eine Erhöhung der Zusatzbeiträge, sofern kein schnelles politisches Handeln erfolgt. Eine aktuelle Recherche ergibt, dass mehrere Medien das Problem der Finanzierungslücken in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgreifen und dabei auch Faktoren wie den demografischen Wandel, steigende Kosten im Arzneimittelbereich sowie strukturelle Defizite bei der Krankenhausfinanzierung beleuchten. Einige Experten schlagen vor, die Ausgabenpolitik grundsätzlich zu überdenken und Prävention stärker zu fördern, um langfristig Kosten zu dämpfen. Die Geschwindigkeit, mit der Bund und Länder auf die Finanznöte der Kassen reagieren, gilt vielen als entscheidend dafür, wie spürbar die Beitragssteigerungen für Versicherte und Arbeitgeber ausfallen werden.