Krings sieht Annäherung bei Arbeitszeit: Union und SPD könnten Einigung finden

Günter Krings, der Vizechef der Unionsfraktion, zeigt sich optimistisch: Bei der umstrittenen Reform der Arbeitszeit scheint ein Kompromiss zwischen Union und SPD greifbar – die Grundlage bleibt der Koalitionsvertrag.

heute 11:54 Uhr | 3 mal gelesen

„Ich kann mir kaum vorstellen, dass die SPD das, was im Koalitionsvertrag festgeschrieben wurde, an dieser entscheidenden Stelle einfach übergeht“, betonte Krings gegenüber dem TV-Sender Welt – so oder so ähnlich. Verträge seien schließlich keine bloßen Absichtsbekundungen, sondern verbindlich, nicht nur für die Union, sondern eben auch für die Sozialdemokraten. Im Koalitionspapier sei klar zurückgegriffen worden auf den europäischen Mindestschutz, der vor allem eine wöchentliche Höchstarbeitszeit absichert. Krings sieht keinen Grund, warum Deutschland davon abweichen und noch strengere Tagesvorgaben ins Gesetz schreiben sollte – andere europäische Staaten, teils mit wechselnden Regierungen und politischen Farben, kämen ja auch ohne übertriebene Reglementierungen aus. Außerdem, so Krings sinngemäß, brauche es ein flexibleres System, weil die Realität der Arbeitswelt – Home-Office, digitale Tätigkeiten – ohnehin längst an starre Altregelungen vorbeizieht. Für ihn ist das vorgeschlagene Modell kein deutscher Sonderweg, sondern gelebte Praxis nach europäischem Vorbild.

Kurzer Hintergrund: Die Koalition in Deutschland diskutiert weiterhin über eine Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes. Während die Union für flexiblere Modelle plädiert und sich dem europäischen Standard annähern möchte – beispielsweise weg von der starren täglichen Höchstarbeitszeit – hält die SPD traditionell an strengeren Vorgaben fest, insbesondere mit Blick auf Arbeitsschutz. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die Reformdebatte politisch geladen bleibt, aber der Druck auf eine Einigung wächst, nicht zuletzt wegen Änderungen im Arbeitsalltag durch Digitalisierung, Home-Office und wachsender internationaler Konkurrenz um flexible Arbeitsmodelle. Inzwischen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorsichtige Signale für begrenzte Lockerungen etwa in Pilotprojekten gesendet. Gleichzeitig gibt es Widerstand von Gewerkschaften, die um den Gesundheitsschutz fürchten, sowie Berichte über die Arbeitszeiterfassung, z.B. nach dem EuGH-Urteil. Medien berichten aktuell, dass die Verhandlungen weitergehen und ein Kompromiss in greifbare Nähe rückt – allerdings bleibt offen, wie flexibel das Modell tatsächlich wird und wer am Ende nachgeben muss.

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