Kurt Beck mahnt: Köpfe rollen zu lassen ist nicht die Lösung für die SPD

Ex-SPD-Chef Kurt Beck appelliert leidenschaftlich an seine Partei, angesichts der Wahlniederlagen weder Lars Klingbeil noch Bärbel Bas vorschnell abzulösen. Entscheidend sei, dass die Sozialdemokraten inhaltlich und hinsichtlich ihrer Ansprache überzeugender werden, statt die Debatte auf Personalien zu verengen.

heute 10:59 Uhr | 3 mal gelesen

Für Kurt Beck, der die SPD schon durch manch stürmische See gesteuert hat, stehen derzeit nicht die Gesichter, sondern die Inhalte im Mittelpunkt. In einem Gespräch mit der 'Bild' gestand er ein, dass ihn das schwache Abschneiden in Rheinland-Pfalz besonders schmerzt – vor allem, weil im Vorfeld viel Engagement und Herzblut in die Kampagne geflossen waren. Doch trotz solider Spitzenkandidaten und einer im Grunde gut aufgestellten Landespartei sei das Ergebnis ernüchternd. Beck sieht das Problem weniger auf regionaler, sondern auf bundespolitischer Ebene. "Es ist ein allgemeines Gefühl des Niedergangs, das viele Menschen derzeit empfinden – und das schlägt sich dann knallhart an der Urne nieder," meint er. Besonders bedrückend empfindet Beck auch den Aufstieg der AfD: Während seiner aktiven Zeit waren rechte Parteien ein Randphänomen, heute fressen sie sich ungehemmt ins Wählerspektrum. Für SPD-Anhänger ist das nicht nur frustrierend, sondern auch ein Stück weit resignierend. Man darf laut Beck nicht die Köpfe opfern, sondern muss die Politik der Partei neu ausrichten. Kein einfacher Weg, aber hektisches Austauschen von Führungskräften mache alles nur schlimmer.

Kurt Beck fordert von der SPD Geduld und betont, dass es wichtiger sei, sich verstärkt inhaltlich zu erneuern und die Kommunikation mit den Menschen auszubauen, als aktuell die Parteispitze auszutauschen. Die Ursachen für die jüngsten Wahlniederlagen sieht er vor allem im überregionalen Kontext: Die allgemeine Unzufriedenheit im Land und der Höhenflug der AfD hätten das SPD-Ergebnis massiv beeinflusst. Nach aktuellen Medienberichten wird in der Partei kontrovers diskutiert, wie die SPD inhaltlich schärfer werden kann, ohne innerparteiliche Geschlossenheit zu verlieren; erste Stimmen rufen zu konkreten sozialen Akzenten auf, während andere eine strategische Neupositionierung vorschlagen.

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