Landwirte fürchten um Minijobs: Bauernverband kritisiert Rentenpläne

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, warnt eindringlich vor der geplanten Abschaffung beitragsfreier Minijobs – und sieht die Landwirtschaft am Rand der Belastungsgrenze.

heute 00:36 Uhr | 2 mal gelesen

Joachim Rukwied, Chef des Bauernverbands, hat am Mittwoch bemerkenswert deutliche Worte gewählt. Sollte die Regierung die beitragsfreien Minijobs im Zuge der Rentenreform wirklich streichen, könnte das etlichen Betrieben das Genick brechen – so zumindest seine Sicht. 'Das wäre für viele ein herber Rückschlag, möglicherweise sogar ein existenzbedrohender Einschnitt', erklärte Rukwied gegenüber der Presse. Besonders kleinere Höfe und Familienbetriebe seien angewiesen auf flexible Arbeitskräfte, die nicht gleich mit hohen Lohnnebenkosten ins Gewicht fallen. Die vorliegenden Reformvorschläge wie höhere Kassenbeiträge, steigende Beitragsbemessungsgrenzen oder eine eingeschränkte Familienversicherung würden laut Rukwied die Personalaufwendungen zusätzlich in die Höhe treiben – für viele seien derlei Pläne aktuell schlicht nicht zu stemmen. Mehrfach betonte er, dass Landwirtschaft und Wirtschaft im Ganzen gestärkt, nicht weiter belastet werden sollten. Wobei ich mich frage: Liegt in diesen Warnungen bloß die übliche Klage über politische Pläne, oder steckt echte Existenznot dahinter? Sicher ist jedenfalls, die Landwirtschaft boomt gerade nicht – jede weitere Hürde könnte tatsächlich den Unterschied machen.

Der Deutsche Bauernverband lehnt die geplante Abschaffung der beitragsfreien Minijobs strikt ab und befürchtet erhebliche wirtschaftliche Nachteile für landwirtschaftliche Betriebe, insbesondere kleinere Höfe. Hintergrund sind Pläne der Bundesregierung, im Rahmen der Rentenreform geringfügige Beschäftigungsverhältnisse beitragspflichtig zu machen, was die Personalkosten erhöhen würde. Begleitende Vorschläge zu höheren Krankenkassenbeiträgen oder zur Einschränkung der beitragsfreien Familienversicherung sorgen für zusätzliche Unruhe im Agrarsektor. Nach aktueller Berichterstattung gibt es zudem Widerstand aus der Opposition und von Arbeitgeberverbänden, wobei besonders die Sorge um das Fortbestehen kleiner Strukturen dominiert. Entscheidend wird letztlich sein, ob die geplanten Maßnahmen angesichts des bereits bestehenden Fachkräftemangels und der wirtschaftlichen Belastungen haltbar sind.

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