Reiche drängt auf rascheren Netzanschluss für Rechenzentren

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will, dass deutsche Rechenzentren schneller ans Stromnetz kommen. In einem Gespräch mit dem "Stern" betonte sie, dass Betreiber an bevorzugten Standorten künftig Vorrang genießen sollen.

heute 00:03 Uhr | 1 mal gelesen

Manchmal fragt man sich ja, warum die Technologien, auf die die Industrie hierzulande so stolz ist, oft nicht fix ans Netz gehen. Laut Katherina Reiche bauen deutsche Unternehmen ohnehin längst die sparsamsten Rechenzentren – made in Europe, selbstverständlich. Allerdings müssen zu viele, vielleicht die wichtigsten digitalen Nervenzentren des Landes, zu lange auf ihren Anschluss warten. Das sei ineffizient, gerade wenn es um die berühmte 'souveräne Rechenleistung' geht, die Deutschland so dringend braucht. Die Bundesnetzagentur soll deshalb die Regulierungen anpassen, damit bestimmte Standorte schneller angeschlossen werden können. Das alles, sagt Reiche, ist Voraussetzung, will man bei Künstlicher Intelligenz vorne mitspielen. Besonders, wenn Deutschland seine industrielle Power mit der hiesigen Wissenschaft klug verzahnt – dann, glaubt sie, könnten wir in Branchen wie Maschinenbau, Chemie und Medizintechnik wieder eine führende Rolle einnehmen. Interessant am Rande: Es wird zudem geprüft, ob Rechenzentren zukünftig ebenfalls vom Industriestrompreis profitieren könnten – aber dazu braucht’s noch grünes Licht aus Brüssel. Ein weiteres Fass, das Reiche aufmacht: Wärmepumpen, Rechenzentren, E-Autos – sie alle werden bis 2035 einen signifikant höheren Strombedarf verschlingen. Die Netzagentur schätzt die mögliche Stromlücke auf bis zu 36 Gigawatt, und um da nicht alt auszusehen, sollen neue Gaskraftwerke mit steuerbarer Leistung ausgeschrieben werden. Eigentlich war das schon fürs letzte Jahr geplant, scheinbar verzögert sich vieles. Ab dem nächsten Jahr, so heißt es, könnten auch andere flexibel nutzbare Kapazitäten ausgeschrieben werden, ganz ohne Technologiedogma. Und natürlich: Erneuerbare Energien werden ebenfalls weiter ausgebaut, sofern es das Stromnetz zulässt. So weit, so ambitioniert.

Katherina Reiche will dafür sorgen, dass deutsche Rechenzentren zügiger und mit Vorrang an geeigneten Standorten ans Netz gehen – ein Schritt, der für die Wettbewerbsfähigkeit bei Schlüsseltechnologien wie KI entscheidend sein könnte. Zusätzlich laufen Überlegungen, auch Rechenzentren beim Industriestrompreis zu entlasten, wobei hierfür Zustimmung aus Brüssel notwendig ist. Deutschlands Stromsystem steht vor enormen Herausforderungen: Rechenzentren, Wärmepumpen und E-Fahrzeuge sorgen für einen steigenden Energiebedarf, den neue Gaskraftwerke und flexible Kapazitäten ausgleichen sollen; der Ausbau erneuerbarer Energien bleibt dabei ein zentraler, aber vom Zustand des Netzes abhängiger Pfeiler. Nach aktuellen Medienberichten sind inzwischen mehrere Gigawatt neuer Gaskraftwerkskapazitäten in Planung, doch Verzögerungen bei Ausschreibungen und Genehmigungen gefährden die Versorgungssicherheit. Die politische Debatte um Energiekosten, insbesondere beim Industriestrompreis, spitzt sich angesichts der volatilen Strompreise weiter zu und dürfte auch Auswirkungen auf Investitionen und Standortentscheidungen großer Digitalunternehmen haben. Neue Studien und Branchenberichte unterstreichen zudem, dass der Ausbau moderner Rechenzentren nicht nur enorme Energiemengen verschlingt, sondern auch entsprechende Anforderungen an Kühlung, Standortentwicklung und Datenschutz stellt – ein Aspekt, der mit wachsender Bedeutung von KI weiter an Brisanz gewinnt.

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