Seit Lars Klingbeil das Amt des Bundesfinanzministers übernommen hat, sind laut offiziellen Zahlen stattliche Summen in Öffentlichkeitsarbeit geflossen – genauer gesagt in Fotos und kosmetische Aufwendungen. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums, vertreten durch den parlamentarischen Staatssekretär Dennis Rohde, auf eine kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Hauke Finger hervor.
Bilderflut: Über 165.000 Euro für professionelle Fotografen
Allein für das Engagement externer Fotografen meldete das Ministerium für das Jahr 2025 (ab dem 6. Mai) 78.436 Euro. Bis zum 24. September 2026 summierten sich die Kosten sogar auf 86.599 Euro. Fast schon irritierend, wie hoch die Ausgaben sind – aber vielleicht ist das im Politikbetrieb heutzutage wirklich gar nicht mehr so außergewöhnlich. Die Öffentlichkeitsarbeit verschlingt eben einiges.
Puder und Pinsel: Steigende Ausgaben für Kosmetik
Offenbar ist ein gutes Bild ohne passendes Styling nichts wert – jedenfalls hatte Klingbeil 2025 für visagistische Dienstleistungen, sprich Schminken und gelegentliches Auffrischen, 9.078 Euro ausgegeben. Im laufenden Jahr (bis dato) wurden dafür bereits 13.578 Euro gezahlt. Mancher mag sich da fragen, ob diese Summen angesichts des oft gepriesenen Spardrucks erstaunlich hoch sind. Hätte nicht auch etwas weniger gereicht? Oder ist das heutzutage der Preis für professionelle Außenwirkung?
Details der Kostenaufteilung
Im Rückblick sind diese 188.000 Euro sauber aufgeteilt: 165.035 Euro allein für Fotografen und 22.656 Euro für Kosmetik. Doch auffällig ist, dass die beiden Kategorien 2026 die Vorjahreswerte sogar übertreffen – und dabei war 2025 nicht mal ein ganzes Jahr erfasst. Da ist irgendwie noch Luft nach oben, oder eher nach unten, je nachdem wie man es sehen will.
Politik und Imagepflege: Ist das noch sparsam?
Finger, der Fragesteller, wittert die klassische Diskrepanz zwischen politischen Moralansprüchen und tatsächlichem Verhalten: Wasser predigen und Wein trinken, nennt er das. Natürlich ist nicht nur die Summe entscheidend – sondern, ob die Aufträge für dienstliche Zwecke tatsächlich nötig waren. In Zeiten, in denen die Politik Bürger zur Zurückhaltung und Sparsamkeit mahnt – was bleibt von der eigenen Glaubwürdigkeit, wenn so viel ins eigene Erscheinungsbild fließt?
Gleichzeitig ist die Debatte komplexer, als sie auf den ersten Blick wirkt: Im medialen Zeitalter erwarten viele von Verantwortungsträgern ein professionelles Auftreten. Unterm Strich bleibt die Frage, wo notwendige Repräsentationsausgaben enden und unnötige Verschwendung beginnt. Vielleicht kann hier niemand wirklich ein abschließendes Urteil treffen. Aber mit solchen Beträgen gerät die öffentliche Debatte jedenfalls ordentlich in Bewegung.