Allerdings, das schließt er an, will er das Geschehen nicht als Selbstläufer sehen. Zusammen mit anderen Ministerien, den Bezirksregierungen, Krankenhäusern sowie Pflege- und Fachgesellschaften soll jetzt analysiert werden, wie der Sektor im Detail auf die extreme Hitze reagiert hat. Was hat funktioniert, wo waren die Engpässe, und gibt es Ideen, die man künftig besser oder gemeinschaftlich anders machen könnte? Das ist der Plan. Im Hinblick auf Dauerhitze, die durch den Klimawandel immer häufiger werden dürfte, steht für ihn fest: Die Anpassung der Abläufe und Kooperationen ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. Ein ‚weiter so‘ klingt da zwischen den Zeilen schon fast wie ein Luxus, den sich niemand mehr leisten kann.
In Nordrhein-Westfalen haben Rettungsdienste, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen das jüngste Hitze-Wochenende offenbar relativ gut gemeistert – so zumindest der vorläufige Eindruck von Gesundheitsminister Laumann. Trotzdem stehen genaue Auswertungen der Maßnahmen und Abläufe noch bevor, denn man will gezielt herausfinden, wie verschiedene Akteure mit der Belastung umgegangen sind und wo es Nachbesserungsbedarf gibt. Ganz wesentlich ist Laumanns Betonung, dass die wachsende Bedrohung durch Hitzewellen Anpassungen im Gesundheitswesen unumgänglich macht – eine Botschaft, die aktuell auch von Fachverbänden, Medien und Forschungseinrichtungen in Deutschland verstärkt vertreten wird. Laut einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts sind Hitzewellen insbesondere für vulnerable Gruppen bereits heute eine erhebliche gesundheitliche Herausforderung, weshalb präventive Maßnahmen wie Informationskampagnen, die Ausstattung von Pflegeeinrichtungen mit Kühlsystemen und die Fortbildung von Fachpersonal nötig werden. Auch auf Bundesebene werden derzeit Konzepte für einen Hitzeaktionsplan diskutiert, der sektorübergreifend Notfallreaktionen, Versorgungsketten und Schutzmaßnahmen optimieren soll. Interessanterweise berichten mehrere Medienhäuser, dass der Sommer 2024 eine Art Stresstest für bestehende Systeme darstellt, weil die Zahl sogenannter hitzebedingter Rettungseinsätze bereits im Juni auffällig zugenommen hat.