Lindner distanziert sich von umfassendem Rentenreformpaket

Christian Lindner, ehemals Bundesfinanzminister und FDP-Fraktionschef, will das Rentenpaket der Kommission mit all ihren 33 Empfehlungen nicht unterstützen – und findet dabei deutliche Worte.

heute 09:06 Uhr | 3 mal gelesen

Das hat Lindner gegenüber dem „Tagesspiegel“ klargestellt. "Nein, ich mache mir das Ergebnis der Kommission nicht einfach zu eigen“, erklärte er recht bestimmt. Gerade die Integration der Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung betrachtet er kritisch – kurzfristig gäbe es zwar mehr Kapital im System, aber auf lange Sicht werde das Problem der Alterung noch verstärkt. Später müssten nämlich auch Ansprüche bedient werden. Was die Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge durch die geplante Kapitalrente angeht, sieht Lindner ebenfalls Schwierigkeiten. Von einem sogenannten 'Gesamtkunstwerk', wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) begeistert schwärmen, möchte Lindner jedenfalls nicht sprechen – eher ein "gutes Werkstück", meint er. Der Bericht der Kommission enthalte zwar positive Impulse für Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit, aber ebenso einige Rückschritte. Wie viel davon letztlich politisch umgesetzt wird, bleibt für Lindner offen. Seinen eigenen Ehrgeiz sieht er inzwischen woanders: „Ich habe jetzt Lust auf Neues – Herausforderungen, die mich wirklich fordern.“

Christian Lindner lehnt das vollständige Umsetzungspaket der Rentenkommission ab: Insbesondere kritisiert er die Pflicht für Selbstständige und sieht bei der Kapitalrente finanzielle Probleme. Nach seiner Einschätzung verschärft die Einbeziehung der Selbstständigen langfristig das Generationenproblem, da irgendwann die späteren Ansprüche aufkommen. Während er einzelne zukunftsweisende Ansätze anerkennt, bemängelt er Rückschritte und gibt an, sich künftig anderen Projekten zu widmen. Der politische Streit um das Rentenpaket bleibt aktuell. Die Bundesregierung diskutiert weiterhin intensiv, wie das deutsche Rentensystem angesichts des demografischen Wandels tragfähig bleiben kann. In den letzten Tagen wurde besonders über das Für und Wider der „Aktienrente“ und mögliche Alternativen diskutiert. Mehrere Medien berichten, dass die Koalitionspartner uneinig hinsichtlich der Finanzierung sind. Die FDP beharrt auf nachhaltigen Reformen, SPD und Grüne suchen sozial ausgewogene Kompromisse. Insbesondere ältere Beschäftigte, Selbstständige und zukünftige Generationen stehen im Zentrum der Debatte.

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