„Man darf sich nichts vormachen: Die Dürre zeigt uns gerade schonungslos, wie verletzlich unser Transportnetz ist – besonders auf den Flüssen. Nach dem Treffen mit den Branchen hat Bilger drei Maßnahmenpakete vorgestellt: Zuerst die längere Perspektive – mehr investieren, Flüsse anpassen, damit niedrige Wasserstände nicht immer gleich ein Problem sind. Mittelfristig müssen Schiffe umgerüstet werden, die mit weniger Tiefgang klarkommen. Kurzfristig – und hier kann es schnell hektisch werden –, soll beispielsweise das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen ausgesetzt oder Baustellen an Schleusen verschoben werden. Immer öfter, sagt Bilger, werden Dürren und Wetterextreme zum gefährlichen Normalfall – ein Ergebnis des Klimawandels, das weiteres Umdenken verlangt. Trotzdem setzt er weiter auf 'Technologieoffenheit und Pragmatismus', nicht auf einen radikalen Kurswechsel der bisherigen Klimapolitik. Das Wetter könne niemand ändern, so Bilger, doch die deutsche Wirtschaft müsse auch künftig funktionieren. Wenn Niederschläge seltener und unregelmäßiger fallen – noch dazu heftig – geraten die Fahrten auf den Wasserstraßen aus dem Takt. Das Problem ist groß, die Antworten aber oft noch erstaunlich kleinlaut.
Historisches Niedrigwasser zwingt den Güterverkehr in Deutschland zum Umdenken – Flüsse als Hauptschlagader der Logistik drohen bei Trockenheit zum Nadelöhr zu werden. Die Bundesregierung plant einen Mix aus Sofortmaßnahmen wie der temporären Freigabe von Lkw-Fahrten an Feiertagen und längeren Vorhaben wie dem Ausbau der Wasserstraßen und technischen Anpassungen an Schiffen. Laut aktuellen Medienberichten verursachte das anhaltende Niedrigwasser massive Störungen bei Transportunternehmen, insbesondere am Rhein, wo Frachtschiffe ihre Ladung deutlich reduzieren mussten – mit Folgen für Wirtschaft und Versorgungssicherheit (Quelle: taz.de, sueddeutsche.de, faz.net). Experten und Umweltverbände kritisieren zudem das Festhalten an 'Technologieoffenheit', da die konsequente Abkehr von fossilen Brennstoffen und ein schnellerer Ausbau nachhaltiger Verkehrsalternativen als zwingend notwendig gelten.