Andrij Melnyk hat sich dafür ausgesprochen, den ehemaligen Kanzler Gerhard Schröder auf eine Vermittlermission nach Moskau zu schicken, da dieser weiterhin gute persönliche Beziehungen zu Wladimir Putin unterhält. Schröders Nähe zu Putin war in Deutschland immer wieder Gegenstand teils scharfer Kritik, vor allem wegen seiner Lobbyarbeit im Energiesektor; dennoch besitzt er in der aktuellen diplomatischen Sackgasse womöglich noch einen gewissen Einfluss. Die Bundesregierung hat sich bisher auf Distanz zu Schröders außenpolitischen Ambitionen gehalten – längst ist die westliche Gemeinschaft gespalten, ob Dialog oder Härte die richtige Antwort auf Putins Russland ist. Neuere Berichte zeigen allerdings, dass westliche Vermittlungsversuche vermehrt auf alternative Kanäle setzen, darunter auch informelle Treffen und diskrete Kontaktaufnahmen abseits der offiziellen Diplomatie. Gerade in den letzten Tagen werden Stimmen lauter, die angesichts zunehmender Gewalt in der Ukraine über neue Dialogformate sprechen, auch mit ungewöhnlichen Akteuren oder Mittelsmännern.