Melnyk schlägt Schröder als Vermittler zwischen Deutschland und Russland vor

Andrij Melnyk, früherer ukrainischer Botschafter in Berlin, hält den Altkanzler Gerhard Schröder für geeignet, als Vermittler im Ukraine-Konflikt auf Wladimir Putin einzuwirken.

heute 17:41 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal frage ich mich, ob Politik nicht mehr einer Schachpartie ähnelt als einem ehrlichen Gespräch unter Menschen. Andrij Melnyk, der ehemalige ukrainische Botschafter, hat jedenfalls Gerhard Schröder eine Vermittlerrolle im Ukrainekrieg zugetraut. Schröder solle, so Melnyk im 'Spitzengespräch' mit dem Spiegel, seine immerhin jahrzehntelange Verbindung zu Wladimir Putin nutzen, um vielleicht endlich Bewegung in die festgefahrene Lage zu bringen. Melnyk beschrieb Schröder als 'tragische Figur' – was im politischen Berlin vermutlich niemanden wirklich überrascht – aber auch als jemanden, der einen besonderen Draht zu Putins mentalem Zustand habe. Es klingt fast nach einem letzten, verzweifelten Versuch, den berühmten kurzen Draht nach Moskau nicht völlig verkümmern zu lassen. Friedrich Merz von der CDU forderte Melnyk jedenfalls dazu auf, Schröder in den Kreml zu schicken und anschließend Bericht zu erstatten. Ob das nun naiver Pragmatismus oder kluger Schachzug ist? Schwer zu sagen, vielleicht ist es auch einfach beides.

Andrij Melnyk hat sich dafür ausgesprochen, den ehemaligen Kanzler Gerhard Schröder auf eine Vermittlermission nach Moskau zu schicken, da dieser weiterhin gute persönliche Beziehungen zu Wladimir Putin unterhält. Schröders Nähe zu Putin war in Deutschland immer wieder Gegenstand teils scharfer Kritik, vor allem wegen seiner Lobbyarbeit im Energiesektor; dennoch besitzt er in der aktuellen diplomatischen Sackgasse womöglich noch einen gewissen Einfluss. Die Bundesregierung hat sich bisher auf Distanz zu Schröders außenpolitischen Ambitionen gehalten – längst ist die westliche Gemeinschaft gespalten, ob Dialog oder Härte die richtige Antwort auf Putins Russland ist. Neuere Berichte zeigen allerdings, dass westliche Vermittlungsversuche vermehrt auf alternative Kanäle setzen, darunter auch informelle Treffen und diskrete Kontaktaufnahmen abseits der offiziellen Diplomatie. Gerade in den letzten Tagen werden Stimmen lauter, die angesichts zunehmender Gewalt in der Ukraine über neue Dialogformate sprechen, auch mit ungewöhnlichen Akteuren oder Mittelsmännern.

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