Merz spricht mit Selenskyj über Patriot-Raketen: Fokus auf die Verteidigungslage

CDU-Chef Friedrich Merz tauschte sich telefonisch mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj über dringend benötigte Raketenlieferungen für Patriot-Systeme aus.

04.07.26 12:08 Uhr | 2 mal gelesen

Samstagnacht – irgendwo zwischen politischer Dringlichkeit und der Routine internationaler Telefongespräche. Merz und Selenskyj, per Leitung verbunden, drehten sich überwiegend um den einen Punkt: Mehr Raketen für die ukrainischen Patriot-Systeme. Die Diskussion zog ihre Kreise hauptsächlich darum, wie Deutschland oder die Verbündeten die Ukraine mit weiteren Raketen ausstatten können, um auf die verstärkten russischen Angriffe zu reagieren. Russland, betonte Selenskyj, setze momentan fast alles auf flächendeckende Raketenoffensiven gegen die Ukraine, denn andere Optionen zur Kriegsverlängerung habe Putin kaum noch. Dazu kam ein rascher Austausch über die Situation an der Front – Selenskyj ließ nicht unerwähnt, was ihn ärgert: Meldungen über einen russischen Vormarsch auf Kostjantyniwka bezeichnete er als reine Propaganda. Nur ein weiteres Schreckgespenst, über das der Kreml gerne Gerüchte streut. Selenskyj drückte es fast sarkastisch aus: Sollte die Stadt tatsächlich gefallen sein, wäre es für Putin vermutlich ein Leichtes, ihn genau dort zum Gespräch zu treffen – aber davon, so Selenskyj, könne überhaupt keine Rede sein. "Putin traut sich gar nicht erst, die Front zu betreten." Man spürt bei solchen Sätzen die rhetorische Spitze, aber auch die Müdigkeit, die dieser Konflikt allen Beteiligten abverlangt.

Inhaltlich rangierte das Gespräch zwischen praktischen Fragen der Verteidigung und strategischer Kommunikation. Merz zeigte sich nach dem Telefonat solidarisch und versprach, das Thema auch auf europäischer Ebene voranzutreiben. Selenskyj wiederum betonte die Dringlichkeit – insbesondere angesichts der sich intensivierenden russischen Angriffe. Aus aktuellen Recherchen: Die Debatte um weitere westliche Militärhilfen – speziell zur Luftverteidigung – beschäftigt derzeit nicht nur Berlin und Kiew, sondern auch Washington, Paris und Warschau. Am Samstag bestätigte das Bundesverteidigungsministerium zudem erneut, dass Deutschland im Rahmen seiner ‚Luftverteidigungsinitiative‘ kürzlich mehrere Patriot-Systeme und Munition geliefert hat. Parallel meldeten ukrainische Quellen verstärkte russische Luftschläge auf Kiew, während internationale Experten vor einer weiteren Eskalation vor dem NATO-Gipfel warnen.

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