Ukraine greift Öldepots bei St. Petersburg und Kronstadt an

In einer spektakulären Nachtaktion meldet die Ukraine gezielte Schläge auf Öl-Infrastruktur nahe St. Petersburg. Erstmals rücken militärstrategisch wichtige Ziele so tief im russischen Hinterland in den Fokus.

04.07.26 11:15 Uhr | 3 mal gelesen

Mitten in einer durchwachten Nacht wurde das, was viele vermutlich nicht für möglich gehalten hätten, plötzlich Realität: Ukrainische Drohnenangriffe erreichten das russische St. Petersburg und die umliegende Leningrader Region. So stellte es zumindest Präsident Wolodymyr Selenskyj dar. Gezielt ins Visier genommen wurde, laut seiner Beschreibung, eine Ölanlage am Ostseehafen – also directe Nachschubadern der russischen Energieversorgung. Nicht weniger bemerkenswert: Auch die Insel-Kommune Kronstadt auf dem Finnischen Meerbusen, Standort eines strategisch bedeutenden Militärhafens, sei „erfolgreich“ attackiert worden. Die Entfernung dieser Ziele zur ukrainischen Grenze – übrigens jenseits der 850-Kilometer-Marke – spricht für eine erhebliche Reichweite neuer Drohentechnologien. Die russische Seite meldete daraufhin die Abwehr von insgesamt 70 Drohnen. Während St. Petersburgs Gouverneur den Angriff als „großflächig“ einordnete, sickerte ansonsten wenig zu Ausmaß und Folgen durch. Doch sicher ist: Der Krieg tastet sich immer weiter gen russisches Kernland vor. Übrigens – auch Russland ließ die Nacht nicht verstreichen, ohne seinerseits schwere Luftschläge gegen ukrainische Städte zu fliegen. Ein endloses Hin und Her. Den Überblick zu behalten, fällt dabei nicht leicht.

In einer überraschenden Eskalation hat die Ukraine offenbar mit Langstreckendrohnen Infrastrukturziele weit jenseits der eigenen Grenzen attackiert – so die Aussagen von Präsident Selenskyj. Neben einer Ölanlage im St. Petersburger Hafen war das besonders geschützte Kronstadt Ziel des Angriffs, was die Verwundbarkeit russischer Militäranlagen auch im Hinterland deutlich macht. Laut russischen Behörden wurden Dutzende Drohnen abgefangen, doch bleibt unklar, wie schwer die tatsächlichen Schäden vor Ort ausfallen. Parallel dazu gab es erneute russische Luftangriffe; beide Seiten scheinen zunehmend auf symbolträchtige Ziele zu zielen. Ergänzend ließ sich recherchieren, dass russische und ukrainische Medien wie auch internationale Quellen eine deutliche Zunahme solcher Angriffsserien beklagen, wobei die Drohnenreichweiten offenbar stetig ausgeweitet werden – ein Wandel im Charakter des Konflikts. Öl-Infrastruktur in Russland rückt regelmäßig ins Fadenkreuz, was nicht nur direkte militärische, sondern auch ökonomische Folgen hat. Verschiedene Analysten warnen vor einer weiteren Spirale der Eskalation, denn mit jedem Angriff rücken russische Zivilregionen stärker ins Risiko, was zu einer Neuausrichtung der russischen Verteidigung führen könnte.

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