Ministerin Reiche beruhigt – Keine Gasengpässe im Winter erwartet

Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin, hält die Gasversorgung auch bei eisigen Temperaturen für gesichert. Trotzdem fordert sie, dass insbesondere die staatlichen Firmen Sefe und Uniper ihre Gasspeicher kurzfristig weiter auffüllen.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Es klingt fast nach Durchatmen auf höchster Ebene: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geht davon aus, dass selbst ein frostiger Winter die Gasversorgung in Deutschland nicht ins Wanken bringt. Zwar seien die Speicherstände derzeit nicht rekordverdächtig, sagte sie der 'Bild am Sonntag', doch ein Engpass sei trotzdem unwahrscheinlich.

Füllstände und kalte Nächte

Gleichzeitig mahnt Reiche zur Vorsicht. Die Speicher sollten weiter gefüllt werden – für den Fall, dass der Winter länger und härter ausfällt als gedacht. Ein Pipilotta-Lindgren-Winter, um es mal etwas versponnen auszudrücken, würde die Vorräte ganz schön beanspruchen.

Sichere Versorgung dank LNG und Co.

An deutschen Küsten liegen inzwischen mehrere große LNG-Terminals bereit. Damit, so die Ministerin in einem Nebensatz, sei Deutschland auf verschiedene Zulieferkanäle angewiesen – nicht allein auf seine Füllstände. Und noch ein Gedanke schwingt mit: Die Anweisung an das bundeseigene Unternehmen Sefe, zusätzliche Bestände einzulagern, solle nicht als Panik-Reflex verstanden werden.

Interessant: Der Gasbedarf selbst ist in jüngster Zeit gesunken (wer weiß, ob das Energiesparen oder andere Gründe hat), sagt Reiche. Und irgendwo zwischen staatlichen Ausgaben und Marktpreisen müssten die Verantwortlichen ohnehin eine Balance finden.

Verantwortung der Staatsunternehmen

Denn eines ist klar: Der Staat kann – so Reiche – nicht alle Risiken tragen. Es bleibt bei dem Anspruch, dass Sefe und Uniper als Bundesbetriebe in den kommenden Tagen nochmals ordentlich nachlegen. Immerhin setzt Deutschland weiterhin auf drei Standbeine: Speicher, internationale Leitungen und eben jene LNG-Terminals. Wobei sich die Lage erfahrungsgemäß erst mit der letzten Kältewelle so richtig zuspitzt – Kälte ist eben ein unsicherer Kumpan.

Aktuell sind die Speicher zu rund 58 Prozent gefüllt, das macht etwa 144 Terawattstunden. Vergangenen Winter wurden davon 134 Terawattstunden genutzt – klingt erstmal ausreichend, wenn nicht doch wieder ein sibirischer Hauch durchs Land weht. Die Debatte um Preisabsicherungen für Haushalte geht übrigens munter weiter, und der Aufbau einer strategischen Reserve ab 2027 steht noch auf unsicheren Füßen – ob der Bürger das dann über eine Umlage zahlt oder alles aus Steuermitteln kommt, lässt die Politik einstweilen offen.

Kosten, Risiken und der berühmte Puffer

Die politische Gesamtlage? Schwankend, wie das Gasthermometer im Altbau. Staatsunternehmen kaufen jetzt zu erhöhteren Preisen nach, weil Vorsorge nicht billig zu haben ist. Andererseits macht der rückläufige Verbrauch den Puffer etwas dicker. Aber klar: Komplett entspannen sollte man nie, denn die globalen Märkte und das Wetter waren schon immer auf ihre eigene Art launisch.

Presseblick: Wer sieht’s wie?

Die Frankfurter Rundschau ist eher vorsichtig: Versorgung scheint zu stehen, Sorgen machen sie sich vor allem wegen Februar und März. Der FOCUS nimmt die Kosten stärker ins Visier – insbesondere die strenge EU-Regulierung.

Fest steht: Kurzfristig keine Sorgen, laut Experten. Langfristig jedoch bleibt eine Portion Unsicherheit.

Handfeste Einschätzung, offene Diskussionen

Die Ministerin tritt im aktuellen Diskurs um die Gasversorgung selbstsicher auf, entwarnt aber mit leicht erhobenem Zeigefinger – Nachfüllen ist weiterhin Gebot der Stunde. Entscheidend ist die Kombination verschiedener Beschaffungswege: Wenn irgendwo ein Flaschenhals droht, soll ein anderer Kanal liefern. Bei tieferen Recherchen zeigt sich, dass Experten der Bundesnetzagentur und zahlreiche Analysen in den letzten 48 Stunden die Lage ähnlich einschätzen – dass aber bei einem ungewöhnlich langen Kälteeinbruch durchaus (erneut) Debatten über Marktinterventionen oder Preisstützungen aufflammen könnten.

Neuste Entwicklungen und Stimmen

Aktuelle Artikel fangen die gestiegene Vorsicht bei staatlichen Vorgaben und die Kostenproblematik ein. Spannend: Die Debatte um die Finanzierung einer neuen Gasreserve ab 2027 nimmt an Fahrt auf, wobei viele Beobachter noch unentschieden sind, ob Umlage oder Steuerfinanzierung der bessere Weg ist. Inzwischen werden nicht nur Haushalte, sondern speziell auch Unternehmen angehalten, sich auf Preisschwankungen und fallweise Engpässe einzustellen.

Zusätzlich recherchiert

  • Die Spiegel-Redaktion betont in einer aktuellen Analyse die weiterhin hohe Bedeutung des europäischen Gasmarktes für Deutschlands Versorgungssicherheit und hebt hervor, dass kurzfristige Verwerfungen auf dem internationalen Energiemarkt direkten Einfluss auf heimische Preise nehmen können (Quelle: Spiegel).
  • Ein Beitrag der Zeit untersucht, wie sich explodierende Transportkosten auf LNG-Im- und Exporte auswirken und rät speziell energieintensiven Industrien in Deutschland zu strategischer Weitsicht, um Produktionseinbußen bei längeren Lieferengpässen vorzubeugen (Quelle: Zeit).
  • Die Süddeutsche Zeitung beschreibt, wie Haushalte mit Energiesparmaßnahmen bislang maßgeblich zur Stabilisierung der Gaslage beigetragen haben – warnt aber davor, den Trend als selbstverständlich anzusehen, da weitere Einsparpotenziale begrenzt seien (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

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