Mittelstand im Fokus: Landauer Unternehmen und IHK verlangen mehr Unterstützung durch Politik

Landau/Pfalz – Mit deutlichen Worten haben sich die Wickert Maschinenbau GmbH, die Stadt Landau und die IHK Pfalz für tiefergehende Kooperationen zwischen Politik und Wirtschaft ausgesprochen, um dem Mittelstand in Deutschland den Rücken zu stärken und die internationale Konkurrenzfähigkeit sicherzustellen.

heute 12:22 Uhr | 2 mal gelesen

Es gibt Termine, da spürt man die Dringlichkeit zwischen den Zeilen – so etwa beim jüngsten Treffen bei Wickert Maschinenbau in Landau. Dr. Dominik Geißler, Oberbürgermeister, kam gemeinsam mit IHK-Regionalleiter Dominik Uhl vorbei. Stephanie Wickert, Chefin im Familienunternehmen, redete nicht um den heißen Brei: Bürokratie, hohe Kosten und eine Infrastruktur, die knirscht, machen dem Mittelstand zu schaffen – trotz aller Innovationskraft, die in Firmen wie Wickert steckt. Die Worte, mit denen sie bundespolitische Schritte fordert, klingen nicht wie formelhafte Floskeln, sondern eher wie ein Ruf nach echtem Wandel. Und immerhin: Die Firma ist seit über einem Jahrhundert ein Baustein der Region, fest verwurzelt – aber das allein reicht eben nicht mehr aus. Geißler sieht es ähnlich, vielleicht etwas pragmatischer: Die Stadt kann (und muss) mehr bieten als nur Gewerbeflächen und Verkehrswege. Es geht um praktische Hilfe, vereinfachte Verwaltung und die Perspektive, Talente über neue, passgenaue Studienangebote direkt an den Standort zu binden. Das Beispiel der L 509 zeigt, wie schnöde Straßenprojekte plötzlich zu entscheidenden Faktoren im Standortwettlauf werden. Es ist ein bisschen wie beim Hausbau: Ein stabiles Fundament ohne Entwicklungsmöglichkeiten nützt auf Dauer wenig. Von der IHK schließlich kommt ein weiterer, nicht ganz leiser Anstoß: Mehr Netzwerk, mehr Miteinander, weniger Schranken – so der Tenor von Uhl. Ausbildung als Herzstück, aber politisches Tempo bei den Themen Steuern und Sozialabgaben ist ebenso notwendig. Dass alle drei Partner ihren Austausch nun noch intensivieren wollen, ist folgerichtig, fast wie ein Handschlag im Schatten der schwerfälligen politischen Ebenen in Berlin. Wickert Maschinenbau selber steht exemplarisch für das, was oft zu trocken in Wirtschaftsnachrichten klingt: hochkomplexe, individuelle Maschinenlösungen, die weltweit eingesetzt werden. Von unscheinbaren O-Ringen bis zu Präzisionsbauteilen für Medizin und Luftfahrt – dabei immer einen Fuß in der regionalen Verantwortung als lokaler Arbeitgeber.

In Landau fordern Wickert Maschinenbau, die Stadt und die IHK Pfalz eine konsequentere Zusammenarbeit mit der Politik, um die Wettbewerbsfähigkeit der Mittelständler nicht nur zu sichern, sondern auszubauen. Sie pochen auf spürbare Entbürokratisierung, wettbewerbsfähige Kosten und moderne Infrastruktur – einschließlich besserer Bildungsangebote für Fachkräfte. Im regionalen und bundesweiten Kontext wächst der Druck: Immer mehr Mittelständler kämpfen mit steigenden Produktionskosten und unvorhersehbaren politischen Rahmenbedingungen. Erst kürzlich berichtete die Süddeutsche Zeitung über Turbulenzen im deutschen Mittelstand – viele Unternehmen sehen den Industriestandort Deutschland gefährdet, falls Strukturreformen weiter ausbleiben (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Auch die IHK warnt regelmäßig, wie etwa in der Zeit, davor, dass dem Mittelstand die Luft ausgeht, wenn nicht schneller auf die drängenden Probleme reagiert wird (Quelle: Zeit Online). Der Mittelstandsverband betonte zuletzt gegenüber Spiegel Online, dass mangelnde Digitalisierung und hohe Energiepreise weitere Wachstumshürden darstellen (Quelle: Der Spiegel). Insgesamt wird in seriösen Medien der Tenor immer klarer: Es braucht dringend greifbare Maßnahmen, nicht nur Absichtserklärungen.

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