Russlands Weltraum-Taktiken gegen die Bundeswehr in Litauen: Gefahr über den Wolken

Im Schatten des Ukraine-Kriegs verschärft sich der unsichtbare Konflikt im All – deutsche Soldaten im Baltikum geraten zunehmend ins Visier russischer Störmanöver.

heute 12:37 Uhr | 1 mal gelesen

Während Deutschland gerade eine Panzerbrigade in Litauen aufstellt, steht längst nicht nur der Boden im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Generalmajor Michael Traut, der Chef des Bundeswehr-Weltraumkommandos, brachte es im Interview mit dem 'Tagesspiegel' ziemlich deutlich auf den Punkt: Ohne Satelliten ist heute kaum noch was zu reißen – sei es Navigation, Kommunikation oder Aufklärung. Aber diese unsichtbare Infrastruktur wird ständig gestört, teils ganz massiv. Die Befürchtungen sind klar: Gerade Russland greift nach den Sternen, oder besser gesagt – nach dem, was dazwischen funkt. Deutsche Militärs berichten von offensiven Manövern Russlands, zum Teil auch Chinas, die ihre Muskeln im Orbit spielen lassen. Klingt nach Science-Fiction, ist aber ziemlich bodenständige Realität: Hybrid, verschleiert, schwer zu beweisen. Um dem etwas entgegenzusetzen, investiert Deutschland bis 2030 rund 35 Milliarden Euro. Ein Betrag, der vor allem in ein neues Satelliten-Netzwerk fließen soll – immerhin will man mindestens 200 kleinere Satelliten für abhörsichere Kommunikation aufbauen. Traut denkt dabei längst nicht nur an Technik, sondern an Angriff und Abwehr: Laser, elektromagnetische Waffen seien eingeplant, um russische Aufklärungssatelliten auf Abstand zu halten. Was bleibt? Ein Schachspiel im All, mit offenem Ausgang. Und die Frage, wie lange noch alles nach Plan läuft, wenn die nächste Figur fällt.

Die Bundeswehr reagiert derzeit auf eine sich zuspitzende Bedrohung durch russische Störaktionen im All, insbesondere im Umfeld der in Litauen stationierten Panzerbrigade. Generalmajor Traut hebt hervor, dass weltraumgestützte Dienste wie Navigation und Kommunikation massiv gefährdet sind; ein Scheitern dieser Systeme könnte militärisch fatale Folgen haben. Deutschland plant deshalb, ein Netzwerk von mindestens 200 Satelliten aufzubauen, um die Kommunikation zu sichern und russische Aufklärung zu behindern – neben Investitionen in Laser- und elektromagnetische Gegenmaßnahmen. Aktuelle Recherchen zeigen, dass Russland seine Weltraum-Aktivitäten weiter intensiviert und damit die Bedeutung von „Space Defense“ für die NATO-Mitglieder verdeutlicht. Auch Großbritannien, Frankreich und die USA melden verstärkte russische oder chinesische Aktivitäten im Orbit, darunter gezielte Überwachung, Störversuche und Cyberangriffe auf Satelliten. Die deutsche Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Allianzpartner ihre Allianzen und Verteidigungskapazitäten im Orbit neu ordnen müssen.

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