Ein nahezu unüberhörbares Schweigen hallt durch Europa, kritisiert Nouripour – kein Aufschrei, noch nicht einmal ein laues Wort der Solidarität ist zu hören, weder aus Berlin noch aus Brüssel. Dabei sei – zumindest seiner Ansicht nach – Öffentlichkeit die einzige Rettung in einer Situation, in der das Leben politischer Gefangener täglich am seidenen Faden hängt. Besonders alarmiert ist er von der Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Narges Mohammadi, die erst Wochen nach einem Herzinfarkt aus dem Gefängnis in ein abgeschiedenes Krankenhaus gebracht wurde. Mittlerweile befindet sie sich, nach Zahlung einer exorbitanten Kaution, in einer Klinik in Teheran. Nouripour bringt seine Sorge klar auf den Punkt: Wenn Mohammadi nicht überlebt, verliert die demokratische Opposition im Iran ihre bedeutendste Stimme. "Narges Mohammadi ist das Gesicht einer Bewegung, die gerade zwischen globalen Interessen und Machtspielen zerrieben wird", so Nouripour. Seine Frage hallt nach: Wenn schon eine Nobelpreisträgerin keine Unterstützung erfährt, wie ergeht es dann all denjenigen im Schatten, über die niemand spricht? Die europäische Politik, so findet er, hätte zumindest ein paar deutliche Worte äußern müssen. Zudem prangert Nouripour die aktuelle Welle von Hinrichtungen im Iran an: Politische Gefangene leben in ständiger Angst. Der massive, scheinbar endlose Internet-Shutdown macht es fast unmöglich, Informationen ins Ausland zu bringen. Die Bedingungen in den Haftanstalten sind, so seine Kritik, menschenunwürdig. Das Regime neige gerade jetzt zu einer gefährlichen Eskalation – im eigenen Land und darüber hinaus.
Nouripour stellt sich öffentlich schützend vor Narges Mohammadi, die iranische Friedensnobelpreisträgerin, und fordert entschiedene Reaktionen seitens der EU – bislang vergeblich. Mohammadi, die sich nach einem Herzinfarkt nur unter lebenswidrigen Bedingungen und verspätet in medizinischer Obhut befindet, symbolisiert für Nouripour die Zerbrechlichkeit politischer Freiheiten im Iran und das Leid vieler Unbekannter. In den letzten 48 Stunden wurde auf mehreren wichtigen Nachrichtenportalen berichtet, dass der Druck auf politische Gefangene und Aktivisten in Iran aktuell weiter steigt: Der Iran setzt gezielt auf Repressionen, verschärfte Zensur sowie hohe Haft- und Todesstrafen gegen Kritiker; internationale Organisationen wie Human Rights Watch oder Amnesty verschärfen ihre Forderungen nach globalen Reaktionen und kritisieren die westliche Zurückhaltung, während Angehörige von Häftlingen über Foltermethoden und bittere Lebensbedingungen berichten; einige Beobachter warnen vor einer weiteren Zuspitzung, da das Regime vor allem auf Angst und Einschüchterung setzt, die inländische Opposition aber trotz aller Risiken wächst.