Etwas überrascht, aber wohlüberlegt – so lässt sich Berlins Entscheidung zusammenfassen, gemeinsam mit drei anderen Bundesländern aus dem olympischen Bewerbungsverfahren auszusteigen. Der Donnerstag brachte dazu eine offizielle Erklärung aus dem Berliner Senat, nachdem zuvor bereits Gerüchte im Umlauf waren.
Die Allianz bricht – Berlin und Partnerländer steigen aus
Was ursprünglich als länderübergreifendes Großprojekt mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern begann, ist nun Geschichte. Der Rückzug, verkündet von den Berliner Verantwortlichen, wirft die deutsche Olympia-Selektion ordentlich um. Im Wettbewerb bleibt damit nur noch das Duell zwischen München und der Region Köln-Rhein-Ruhr bestehen.
Im aktuellen Bewertungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) hatte das Berliner Konzept ohnehin die schwächste Punktzahl kassiert – was die Chancen von vornherein eher dämpfte. Ehrlich gesagt: Für viele ein absehbares Ende, auch wenn manch einer auf einen Überraschungscoup gehofft hatte.
Linke kippt Olympiapläne nach Wahlsieg
Einen gehörigen Anteil am schnellen Aus der Bewerbung lieferte die jüngste politische Entwicklung: Die Linke hat die Berliner Wahlen gewonnen und bekannte sich früh öffentlich gegen Großevents wie Olympia in der Hauptstadt. Plötzlich fehlte im Abgeordnetenhaus die politische Basis für solche Pläne – die Stimmung war schlicht gekippt. Man kann sich vorstellen, wie der olympische Traum bei so viel Gegenwind zerschellt ist – wie ein Papierschiff im Berliner Landwehrkanal nach einem Sommergewitter.
Samstag fällt die Entscheidung
Nun liegt der Ball beim DOSB, der am Wochenende – genauer: am Samstag in Baden-Baden – das bleibende Bewerberduo bewertet und auswählt. Die restlichen Konkurrenten, München und Köln-Rhein-Ruhr, liegen auf fast gleich hohem Niveau: Im letzten Ranking wurden München 87 und Köln-Rhein-Ruhr 85 Punkte zugewiesen. Berlin lag mit gut 74 Punkten zurück – eine Lücke, die nun endgültig zum Aus geführt hat.
Ab jetzt geht es fürs „Team Germany“ erst ums nationale, dann um das internationale Rennen – denn am Ende urteilt das IOC. Noch ist ungeklärt, wie die jeweiligen Städte Herausforderungen wie Kosten, nachhaltige Nutzung und öffentliche Unterstützung schultern wollen. Ganz ehrlich: Ob Olympia am Ende tatsächlich in Deutschland Halt macht? Trotz allem bleibt eine ordentliche Portion Skepsis, nicht nur bei den Bürgern an der Bewerbungs-Front.
Kurz und knapp: Berlin kehrt Olympia-Rennen den Rücken
Gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zieht Berlin seine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele zurück – offiziell bestätigt nach schwacher DOSB-Bewertung und deutlichem politischen Richtungswechsel infolge der jüngsten Abgeordnetenhauswahl. Damit bleibt nur noch die Entscheidung zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr, die beide im Evaluierungsverfahren gut abschnitten. Mehrere aktuelle Pressestimmen betonen, wie der Mangel an politischer Rückendeckung sowie kritische Debatten um Nachhaltigkeit, Kostenexplosionen und Bürgerbeteiligung das Bewerbungsverfahren insgesamt schwieriger machen – ein Trend, den man auch aus europäischen Nachbarländern zu ähnlichen Entwicklungen kennt.
Laut ZEIT ONLINE ist das Olympia-Aus für Berlin eine Folge massiver Akzeptanzprobleme und tiefer Skepsis der linken Kräfte gegenüber Großprojekten; dabei wird hervorgehoben, wie auch andere Städte zuletzt Abstand von derartigen Bewerbungen nahmen, weil steigende Kosten und ausbleibender Nutzen zunehmend kritisch betrachtet werden.
Die Tagesspiegel Redaktion verweist darauf, dass München und Köln-Rhein-Ruhr zwar noch im Rennen seien, dass aber auch bei diesen Kandidaten „breite Fragen“ zur Stadtentwicklung, zum ökologischen Fußabdruck und zu Finanzierungskonzepten offenbleiben.
Auf DW.com wird zudem gemeldet, dass die internationale Perspektive auf deutsche Olympiabewerbungen meist ambivalent sei: Während Infrastrukturprojekte zwar Chancen böten, gäbe es gleichzeitig verbreitete Sorgen vor „weißen Elefanten“ – sprich: langfristig ungenutzten Anlagen und hohen Kosten für die Allgemeinheit.