PKGr-Vorsitzender: Migration nach Ceuta könnte orchestrierter Angriff sein

Marc Henrichmann (CDU), der Vorsitzende des Kontrollgremiums im Bundestag, hält es für möglich, dass der jüngste Ansturm von Migranten auf Ceuta Teil eines gezielten Angriffs auf die EU ist – ähnlich wie es bereits 2021 unter ähnlichen Spannungen zwischen Spanien und Marokko der Fall war.

heute 06:38 Uhr | 4 mal gelesen

Henrichmann schloss eine direkte Einflussnahme von Schleusernetzwerken auf den Migranten-Ansturm keineswegs aus. Genauso wahrscheinlich sei aber, dass ausländische Interessengruppen wie Russland versuchen könnten, mit digitalen Manipulationen den Druck auf die EU zu erhöhen. 'Es gibt unterschiedliche Szenarien, von organisierter Schleusung bis hin zu ausgeklügelten Social-Media-Kampagnen,' so Henrichmann. Was bislang fehle, sei jedoch ein handfester Beweis – ein eindeutiges Zeichen für die tatsächlichen Drahtzieher. Interessant fand ich zudem seine Einschätzung, dass insbesondere Staaten wie Polen, das Baltikum oder die nordischen Länder längst eine Art Routine beim Erkennen von „Migrationswaffen“ entwickelt haben. Vielleicht unterschätzen wir hierzulande manchmal, wie effizient nicht-militärische Mittel – etwa gezielte Falschinformation – Gesellschaften ins Wanken bringen können. Henrichmann forderte, europäische Staaten sollten beim Grenzschutz und der Aufklärung solcher Vorgänge enger zusammenarbeiten. Und man sollte nicht zu schnell den erstbesten Erklärungen vertrauen – was zählt, sind Fakten, nicht Stimmungen.

Der Vorfall in Ceuta zeigt einmal mehr, wie verletzlich die EU-Außengrenzen gegenüber hybriden Bedrohungen und Informationsmanipulationen sind. Henrichmann betont, dass geschlossene europäische Zusammenarbeit und kritisches Hinterfragen von Informationen notwendig seien, um solchen Angriffen zu begegnen. Derweil bleibt offen, ob und in welchem Ausmaß hinter dem aktuellen Geschehen externe Akteure wie Russland oder organisierte Schleuserringe stecken – zumal zuverlässige Beweise bislang fehlen. Aktuell berichten verschiedene Medien, dass die Situation an Spaniens Exklaven angespannt bleibt: Laut taz ist Ceuta weiterhin Brennpunkt für irreguläre Migration aus Marokko, wobei neue politische Spannungen zwischen Spanien und Marokko die Lage verschärfen (Stand: 48 Std.). Bei der Süddeutschen Zeitung wird hervorgehoben, dass auch im europäischen Ausland die Sorge vor koordinierten hybriden Angriffen auf die Außengrenzen wächst, und Politiker verstärkt auf gemeinsame Verteidigungsmechanismen pochen. Im Spiegel wiederum gehen mehrere Experten davon aus, dass Russland in Social Media gezielt Falschinformationen zum Thema schürt, um gesellschaftliche Spaltung in der EU zu fördern.

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