Der Ölpreis, eigentlich ein entscheidender Taktgeber für die Spritpreise, ist mit rund 98 US-Dollar (für Brent) derzeit sogar teurer als in der Vorwoche, trotzdem purzeln die Preise an deutschen Tankstellen. Der ADAC kritisiert jedoch: Angesichts von Rohölpreis und Wechselkurs wäre noch mehr Preisnachlass beim Tanken durchaus drin. Erstaunlich, dass Super E10 trotz besserer Bedingungen über dem Niveau von vor vier Wochen bleibt.
Die Frage, wie sich der angekündigte Tankrabatt auswirken wird, bleibt weiterhin offen. Der ADAC geht eher von einer verzögerten Übertragung der Steuersenkung aus – schließlich lagern viele Stationen noch Sprit, der mit alter, höherer Energiesteuer eingekauft wurde. Das Phänomen ist nicht neu: Schon 2022 wurde die Steuererleichterung nicht sofort an die Verbraucher weitergegeben. Im Gegenzug dürften die Preise aber auch nicht gleich wieder mit dem Auslaufen des Tankrabatts steigen – ein Restbestand günstigen Kraftstoffs sorgt für abfedernde Effekte.
Praktisch: Seit Einführung des sogenannten Österreich-Modells bleibt der optimale Tank-Zeitpunkt der späte Vormittag, besonders gegen Mittag. Wer vor 12 Uhr tankt, liegt zwar meist unter dem Tagesmittel, aber auf einem spürbar höheren Niveau als noch vor einigen Wochen. Wer sparen will, nutzt Tools wie die 'ADAC Drive'-App, mit der man unkompliziert Preise an über 14.000 Tankstellen vergleichen kann. Tipp: Weitere Fakten zum Thema gibt's direkt auf adac.de/tanken.
Und manchmal hilft auch die altmodische Methode: Augen aufhalten und lokal vergleichen – schließlich ist gerade jetzt sprunghafte Bewegung in den Preisen.
Der jüngste Preisrutsch bei Diesel bringt spürbare Entlastung für Autofahrer, aber der ADAC sieht weiteres Potenzial für Preissenkungen – der aktuelle Benzinpreis ist im historischen Vergleich trotz gefallener Ölpreise immer noch hoch. Experten erwarten, dass der Tankrabatt durch die Steuerentlastung ab Mai nicht sofort weitergegeben wird, und verweisen auf Erfahrungswerte aus 2022, als eine ähnliche Maßnahme verzögert ankam. Außerdem zeigen aktuelle Nachrichten, dass politische Unsicherheiten, globale Nachfrage und regionale Infrastrukturprobleme weiterhin Schwankungen treiben: russische Öl-Lieferunsicherheiten, Diskussionen um Fahrverbote zur CO2-Reduktion, sowie die Inflation, die den Kostendruck auf Verbraucher insgesamt erhöht (Quelle: Zeit Online). Im Zuge der Recherchen ist zur Stunde zu beobachten, dass der Preiskampf unter Tankstellenbetreibern regional unterschiedlich ausfällt. Eine Entwicklung, die viele bislang übersehen: Elektrifizierung im Lkw-Bereich und die Konkurrenz durch alternative Antriebe machen den klassischen Kraftstoffen mittelfristig zusätzliche Konkurrenz (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Übrigens: Laut aktuellen Zahlen bleibt Super E10 gegenüber Diesel stabiler im Preisrückgang, was auf eine insgesamt stärkere Nachfrage nach Diesel zurückzuführen ist – auch, weil viele Heizungen gerade nach Ende der kalten Saison noch versorgt werden müssen (Quelle: Spiegel Online).