Ryanair macht Berliner Basis dicht – Streit um Gründe und Folgen

Kurze Zeit nach einem Erfolg des Betriebsrats schließt Ryanair seine Basis am Berliner BER. Der Billigflieger beruft sich auf hohe Flughafen-Kosten, während die Pilotengewerkschaft Cockpit dahinter auch einen Angriff auf die Arbeitnehmervertretung vermutet.

heute 09:22 Uhr | 5 mal gelesen

Plötzlich kommt das Aus für die Berliner Ryanair-Base

Die Nachricht kam nicht völlig aus heiterem Himmel, überraschte aber viele in ihrer Deutlichkeit: Ryanair zieht sich aus dem BER zurück. Erst dann, nach dem ersten Schreck, wurde so richtig darüber gestritten, woran das nun liege.

Ryanair schießt gegen hohe BER-Kosten

Der irische Billigflieger macht jedenfalls vor allem eine Sache verantwortlich: die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Flughafengebühren, Steuern und Sicherheitsposten – alles sei hier angeblich zu teuer, jeglicher Wettbewerbsvorteil damit dahin. Noch deutlicher wurde eine Ryanair-Sprecherin: Berlin sei in ihren Augen „Europas schwierigster Flughafen" und man habe angesichts der Kosten schlicht keine Wahl.

Gewerkschaft wittert Kalkül

Auf der anderen Seite des Zauns steht die Gewerkschaft Cockpit: Für sie liegt zumindest ein Teil der Wahrheit in einem anderen Detail. Gerade erst hatte der Betriebsrat vor Gericht einen Erfolg gefeiert – und kurz darauf, fast auf den Tag genau zwei Wochen später, kündigte Ryanair das Aus in Berlin an. Ob das Zufall sei? Cockpit zweifelt.

Noch mehr als bloßer Streit um Zahlen

Die Situation ist ziemlich verzwickt: Wirtschaftliches Kalkül vermischt sich mit arbeitsrechtlichen Scharmützeln und lässt vieles im Ungewissen. Klar ist aber, dass es eben nicht die x-te kleine Standortschließung ist – es geht auch um Signalwirkung für Millionenreisende, die Zukunft der Arbeitsplätze und den Ruf des BER, der sowieso nie aus den Negativschlagzeilen kommt.

Konsequenzen für den Flughafen und betroffene Menschen

Nach Berechnungen sollen rund 210 Jobs am Standort direkt betroffen sein. Und wie üblich, wenn eine Airline den Stecker zieht, fürchten Beschäftigte und Region den Abwärtsstrudel: Weniger Flüge, weniger Einnahmen, weniger Perspektive. Ob der BER die Kurve kriegt und wie groß Ryanairs Frust über Berlin tatsächlich war, bleibt einstweilen offen.

Blick in die Tiefe: Aktueller Stand

Ein paar Tage sind ins Land gegangen, und die Wellen schlagen noch immer hoch. Ryanair hält am Standpunkt fest, dass allein vielfältige Kostensteigerungen nicht mehr tragbar seien und setzt damit ein politisches Signal für den europäischen Flugmarkt. Die Gewerkschaft Cockpit bleibt stur und sieht in der schnellen Abwicklung nach Betriebsrats-Erfolgen mindestens ein "Geschmäckle".

Neue Entwicklungen und Stimmen von außen

Am BER selbst fragen sich viele, wie lange das noch so weitergehen kann: Nicht zum ersten Mal gerät der Flughafen als Standort in die Kritik von Airlines. Inzwischen häufen sich Forderungen nach grundlegenden Veränderungen an der deutschen Gebührenstruktur im Luftverkehr. Manche Kommentatoren sehen in Ryanairs Rückzug sogar ein Fanal für die gesamte Billigflugbranche in Deutschland.

Drei längste aktuelle Beiträge im Netz (Oktober 2026)

  • Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet die anhaltenden Streitigkeiten um die Kostenstruktur am BER und lässt Personal zu Wort kommen, das über Unsicherheit und Zukunftsängste berichtet. Dabei wird auch kritisch diskutiert, warum der Flughafen trotz Milliardeninvestitionen längst nicht so ausgebucht ist wie erwartet. (Mehr auf Quelle: Süddeutsche Zeitung)
  • Die Frankfurter Allgemeine spricht über die ökonomische Bedeutung des Streits, zeigt internationale Vergleiche mit anderen europäischen Flughäfen und kommt zu dem Schluss, dass auch politische Blockaden Deutschlands Flugbranche behindern. Es gibt ausführliche Analysen dazu, wie Flughafengebühren und staatliche Steuern aus Sicht der Airlines Wettbewerbsnachteile verursachen. (Mehr auf Quelle: FAZ)
  • Der Spiegel setzt sich mit dem Imageproblem des BER auseinander, sammelt Stimmen frustrierter Beschäftigter und rekonstruiert den Ablauf der Schließungsentscheidung aus internen Ryanair-Protokollen. Darüber hinaus fragt das Magazin: "Droht nun ein Dominoeffekt, falls weitere Airlines sich verabschieden?" (Mehr auf Quelle: Spiegel Online)

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