Sachsen denkt über Zusammenarbeit mit chinesischen Autobauern im VW-Werk Zwickau nach

Dirk Panter (SPD), der Wirtschaftsminister Sachsens, befürwortet ein gemeinsames Projekt von Volkswagen mit Herstellern aus China, um das VW-Werk Zwickau zu stärken.

heute 00:03 Uhr | 2 mal gelesen

Panter äußerte sich gegenüber der 'Bild' und sprach offen über die Zukunftsängste rund ums VW-Werk in Zwickau. Es gehe, mit seinen Worten, schlicht ums Überleben des Standorts. Lieber würde er die Kompetenzen von VW vor Ort ausbauen und mit der Zeit gehen, statt abzuwarten und zuzusehen, wie die Wertschöpfung dahinzieht. 'China kann eine Chance für Zwickau sein', meint Panter – und macht damit deutlich, dass es nicht um Ideologie, sondern um Arbeitsplätze und Innovation geht. Konkret denkt er an ein Gemeinschaftsunternehmen: Chinesische Hersteller könnten die derzeit teilweise brachliegenden Produktionslinien nutzen und mit eigenen E-Modellen in Sachsen loslegen. Das Ganze natürlich nur unter der Voraussetzung, dass europäische Regeln und Standards beachtet werden. 'Industriepolitik ist Zukunftssicherung', fasst er es knapp zusammen. Das Werk war 2019 auf Elektroautos spezialisiert worden. Doch die Nachfrage nach den ID-Modellen von VW entwickelte sich eher schleppend. Arbeitszeit und Produktion wurden bereits gekürzt, und ausgerechnet jetzt hat VW die geplante Eingliederung des Werks in den Stammkonzern verschoben. Kein Wunder, dass bei den direkt rund 10.000 Angestellten – und den zigtausend mittelbar Betroffenen – die Nerven blank liegen. Panter erinnert dabei an die globale Dynamik: 'China ist heute längst Innovationsführer bei E-Mobilität.' Ob das reicht, damit Sachsen mutig neue Wege geht?

Sachsens Wirtschaftsminister Panter will mit chinesischen E-Autoherstellern kooperieren, um dem schwächelnden VW-Werk in Zwickau neue Perspektiven zu geben. Wegen der geringen Nachfrage nach den VW-ID-Modellen war das Werk unter Druck geraten; Panter sieht in einer Öffnung für chinesische Unternehmen eine echte Überlebenschance für die rund 10.000 direkten Arbeitsplätze. Aktuelles Medienecho zeigt, dass zahlreiche Experten die Öffnung für Kooperationen mit China als riskant, aber unter den derzeitigen Marktbedingungen für notwendig einstufen; auf politischer Ebene macht sich zugleich ein Ringen um Industriepolitik, Wettbewerbsfähigkeit und europäische Standards bemerkbar. Inzwischen zeigt sich, dass auch andere europäische Standorte vor ähnlichen Herausforderungen stehen: Ein Blick auf die internationalen und deutschen Nachrichten der letzten Tage unterstreicht die Aktualität des Themas. Die Diskussionen um Einfuhrzölle, Wettbewerb und das künftige Gleichgewicht auf dem E-Automarkt, insbesondere zwischen Europa und China, nehmen spürbar zu.

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