Spritpreise klettern auf Jahreshöchststand – Diesel jetzt fast drei Cent teurer, Benzin legt ebenfalls zu
München – Die eskalierende Unsicherheit im Nahen Osten lässt nicht nur die Ölpreise anziehen, sondern treibt auch die Spritkosten an den deutschen Zapfsäulen in die Höhe. Laut aktueller ADAC-Analyse kostet Super E10 durchschnittlich 1,776 Euro pro Liter, was einer Preissteigerung von 1,8 Cent gegenüber der Vorwoche entspricht. Diesel verteuerte sich sogar noch stärker – mit plus 2,9 Cent auf jetzt 1,740 Euro pro Liter stehen beide Kraftstoffe so hoch wie seit Monaten nicht mehr, obwohl der aktuelle Ölpreis darunter liegt, was man vielleicht erwarten würde.
heute 13:44 Uhr | 3 mal gelesen
Die Preisspirale beim Tanken dreht sich wieder schneller: Ein Barrel Brent-Rohöl knackt aktuell fast die 71-Dollar-Marke und markiert damit ein Hoch der vergangenen Monate. Das alles geschieht vor dem Hintergrund der angespannten Lage an der Straße von Hormus – einer Route, die wie eine Pulsader für den weltweiten Ölfluss ist. Zwar stocken die Lieferungen noch nicht, und besonders iranisches Öl fließt weiterhin in alter Größenordnung, aber man kann sich kaum sicher sein, wie lange das so bleibt, falls der schwelende Konflikt zwischen Iran und den USA eskaliert. Der ADAC hält an seiner altbewährten Empfehlung fest: Besser abends tanken. Laut Statistik sind die Preise dann im Durchschnitt rund 13 Cent niedriger als am Morgen. Wer sparen will, kann mit Apps wie "ADAC Drive" deutschlandweit jederzeit nach günstigeren Tankmöglichkeiten suchen – über 14.000 Fillialen lassen sich vergleichen. Wer mehr erfahren möchte, findet weiterführende Preise und Marktinfos auf www.adac.de/tanken.
Die aktuellen Preissteigerungen an den Tankstellen – das ist schon ein ordentlicher Sprung, und zwar gemessen daran, dass der Rohölpreis im internationalen Vergleich gar nicht so außergewöhnlich hoch ist. Viel spricht für ein starkes Zusammenspiel von geopolitischer Nervosität an der Straße von Hormus und der Erwartung neuer Handelshemmnisse für Öl, die im Ernstfall Supply Engpässe verursachen könnten. Laut Analysen der Süddeutschen und der FAZ steht der deutsche Verbraucher damit nicht allein: Auch in weiteren Teilen Europas steigen Kraftstoffpreise derzeit rasant, meist ausgelöst durch politische oder spekulative Einflüsse auf die internationalen Energiemärkte. Zudem zeigen aktuelle Branchentrends, dass kurzfristige Preisanstiege zunehmend durch algorithmisch gesteuerte Preisoptimierungen der Mineralölkonzerne verstärkt werden. Zwischen politischen Interessen, unberechenbaren Märkten und den sehr irdischen Sorgen der Autofahrenden geraten Empfehlungen wie abends zu tanken fast ein wenig in den Hintergrund – helfen aber nach wie vor, wenigstens ein paar Cent zu sparen.