Sprung in die Gegenwart: ePackungsbeilagen für Tiermedizin – Höchste Zeit für digitale Lösungen

Berlin – Der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT) drängt darauf, elektronische Beipackzettel bei Tierarzneimitteln zuzulassen. Die EU ist schon längst bereit, doch das deutsche Gesetz klammert sich ans Papier. Zeit, den Stein der Digitalisierung wirklich ins Rollen zu bringen.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Langsam aber sicher wächst der Druck: Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) drängt endlich darauf, das deutsche TAMG für digitale Beipackzettel zu öffnen – und das nicht aus bloßer Technikbegeisterung. Es geht um handfeste Vorteile: weniger Bürokratie, zeitgemäße Information und schlicht weniger Papiermüll. "Die E-Beilage ist keine Utopie mehr. Sie wartet quasi nur darauf, dass jemand den Startschuss gibt", meint Dr. Sabine Schüller, BfT-Geschäftsführerin. In Gesprächen mit Ministerien und Behörden zeichne sich bereits ein funktionierender Konsens ab. Weniger Papier, weniger Stress: Die eLeaflets könnten per QR-Code direkt von der Verpackung abgerufen werden. Das bietet Tierärzten und Haltern jederzeit aktuellste Informationen, weil bei einer Änderung keine Neuauflage auf Papier nötig ist. Nebenher werden Ressourcen und Kosten gespart, statt Übersetzungen und Lagerplätze für jedes kleine Update zu füllen. Was aber verhindert, dass Deutschland hier mal vorangeht? Die alte Zopf des Papierzwangs. Der BfT schlägt einen realistischen Weg vor: Zwei Jahre lang beide Varianten anbieten, dann wählt jeder selbst zwischen Papier oder Digital. Damit niemand gezwungen ist, aber die überbordende Doppelstruktur verschwindet. Und: Niemand will dadurch die Verantwortung der Hersteller oder die Bedeutung von tierärztlicher Beratung aushebeln. eLeaflets sind hilfreiche Ergänzung – kein Ersatz. Praktisch gesehen reicht erstmal ein druckfähiges PDF mit QR-Code. Teure Parallelwege zu komplexen deutschen Sonderformaten? Lieber nicht. Und was den Datenschutz oder die digitalen Netze betrifft: Deutschland hinkt vielleicht bei E-Government hinterher, aber selbst die Bundesnetzagentur bestätigt, dass die Grundversorgung da ist. Nicht zuletzt: Tierärzte bleiben die entscheidende Schnittstelle. Ohne ihre Beratung ist kein eLeaflet der Welt ausreichend. Aber zusammen – da geht wirklich was. Weg mit dem jahrelangen Zögern.

Die Debatte um die elektronische Packungsbeilage für Tierarzneimittel spiegelt eine überfällige Modernisierung wider. Während die EU längst grünes Licht für digitale Infos gegeben hat, sperrt sich das deutsche Gesetz bisher gegen eLeaflets. Neben den offensichtlichen Vorteilen wie Aktualität, Ressourcenschonung und weniger Verwaltungsaufwand gibt es auch breiten Rückhalt bei Verbänden und Behörden. Aus der aktuellen Berichterstattung ergibt sich: Der Bundesrat diskutiert derzeit die Überarbeitung des TAMG, wobei das Thema Digitalisierung im Mittelpunkt steht. Zudem wurde berichtet, dass in anderen EU-Staaten die Einführung von eLeaflets bereits reibungslos verläuft, was den Druck auf Deutschland erhöht, nachzuziehen. Die Bundesregierung plant noch 2024 eine Anhörung zu digitalen Informationswegen für Arzneimittel (Stand Juni 2024).

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