Da staunten viele nicht schlecht: Burkhard Weller, Chef des Verbands der deutschen Autohändler (VAD), kritisierte jüngst, dass die staatlichen Umweltprämien für E-Autos vor allem bei chinesischen Herstellern klingeln. In seiner eigenen Weller-Gruppe seien die Verkäufe günstiger E-Autos aus China im Mai regelrecht explodiert – BYD glänzte sogar mit über 200 Prozent Zuwachs. Deutsche Wagen? In der gefragtesten Preisklasse zwischen 20.000 und 30.000 Euro so gut wie nicht zu finden. Wer sich derzeit einen schnittigen Stromer fürs mittlere Budget sucht, landet wohl fast zwangsläufig beim Fernost-Angebot. VW etwa, der Hoffnungsträger der deutschen Industrie, startet mit dem ID.Polo erst im September, und die europäische Konkurrenz bleibt überschaubar: Mal ein Renault, mal ein Peugeot – dann wird's schon dünn, schilderte Weller. Heftig wird die Debatte, weil die EU sich gerade alle Mühe gibt, aggressive Konkurrenz aus China einzudämmen und Förderungen an EU-Produktionsstandorte zu knüpfen. Trotzdem: Der milliardenschwere Topf für Prämien – bis zu 6000 Euro Förderung pro Neuwagen, nach sozialer Staffelung – bleibt weiterhin offen für alle Hersteller, solange das Auto ab Anfang 2026 zugelassen wurde. Rund 3,5 Milliarden Euro stehen bereit. Ein kurioses Detail am Rande: Bundesumweltminister Schneider rühmte die Prämie als Erfolg, doch laut Weller würden bisher vor allem schon lange geplante Käufe nun endlich umgesetzt. Die eigentliche Wechselstimmung zum Elektroauto? Bleibt laut Weller „bei null“. Niemand tauscht, nur weil es die Prämie gibt. Und: Ohne massive Investitionen in Ladeinfrastruktur, preiswerteren Strom und etwas mehr Durchblick bei den Tarifen bleibt Elektromobilität ein zäher Brocken. Weller brachte abschließend einen Vorschlag: Tarife an Ladesäulen wie beim Handy-Roaming – zuhause abschließen, europaweit zahlen. Klingt fast zu einfach – aber oft steckt darin die Wahrheit.
Viele Autohändler kritisieren, dass die neue E-Auto-Prämie der Bundesregierung vor allem chinesischen Herstellern hilft, da diese besonders günstige Stromer anbieten und deutsche Marken in dieser Preisklasse derzeit kaum vertreten sind. Der Verband beklagt, dass die Förderung an der Lebensrealität vorbeigeht, da sie zwar den Kauf von Neuwagen unterstützt, aber kaum Anreize zum Wechsel bietet und wichtige Begleitmaßnahmen wie bessere Ladeinfrastruktur und transparente Strompreise fehlen. Aktuelle Berichte etwa von der Süddeutschen Zeitung und der Zeit bestätigen, dass chinesische Marken wie BYD, MG und Nio ihre Marktanteile in Deutschland deutlich ausbauen, während heimische Hersteller weiterhin mit Modelllücken und Preisdruck kämpfen.
Darüber hinaus zeigen Recherchen, dass auch die Diskussion um mögliche Importzölle auf chinesische Autos weiter an Fahrt gewinnt – EU-Kommission und Bundesregierung ringen um das richtige Maß, um einerseits Innovation zu fördern, andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie nicht zu gefährden. Nicht zuletzt wird betont, dass der Ausbau von Ladepunkten und die Preistransparenz an Ladesäulen in Deutschland weiter kritisch bewertet werden, was zusätzliche Kaufhürden schafft.