Steigende Waffendelikte: Berlin im Fokus krimineller Netzwerke

2026 registriert die Berliner Polizei mehr Fälle von Schusswaffengebrauch als im Jahr davor – eine Entwicklung, die Sorgen bereitet. Besonders alarmierend: Immer öfter werden Minderjährige für gefährliche Aufgaben im Milieu angeworben.

25.10.26 11:03 Uhr | 2 mal gelesen

Meldungen über Schusswaffen nehmen zu

Dieses Jahr scheinen in Berlin die Nachrichten über Schusswaffen regelrecht aus dem Asphalt zu sprießen: Im ersten Halbjahr 2026 zählte die Polizei sage und schreibe 585 Delikte mit Waffennutzung. So viele Vorfälle, dass sich die ungeplante Frage aufdrängt: Was geht da eigentlich gerade vor sich in den Bezirken? Auffällig: Die Statistik enthält nicht nur scharfe Schusswaffen, sondern nimmt auch Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ins Visier, was das Bild ein wenig diffus macht.

Weniger Schüsse als Taten

Zahlen sind, das weiß jeder, ein zweischneidiges Schwert. Im ersten Halbjahr wurden 65 Schussabgaben gemeldet, 62 davon schließlich als wirkliche Straftaten anerkannt. Zwischen Drohgebärde und tatsächlichem Schuss – das Spektrum bleibt weit. Immerhin – oder leider, je nach Standpunkt – wurden 118 Menschen als Geschädigte geführt, zwei davon verloren ihr Leben.

Sondereinheit „Ferrum“ und ihr Alltag

Hört man den Namen „Ferrum“, könnte man fast an ein verschollenen Superhelden-Team denken. Doch die gleichnamige Sondereinheit der Polizei rackert Tag für Tag: 708 Ermittlungsverfahren, dazu 77 Haftbefehle und 73 beschlagnahmte scharfe Waffen – eine stattliche Bilanz. Die Kollegen der Staatsanwaltschaft in der Ermittlungsgruppe „Telum“ bearbeiteten parallel 258 Aktenstapel, 19 landeten als Anklage oder Strafbefehl auf dem Tisch.

Minderjährige im Fadenkreuz

Wirklich bedenklich: Es kursieren Hinweise, dass immer mehr Minderjährige für wirklich schwere Nummern wie Brandanschläge oder gar Tötungsaufträge angeworben werden. Diese Dienstleistungskriminalität – im Polizei-Jargon „Crime as a Service“ – wirkt wie ein düsteres Echo moderner Arbeitswelt: Auftraggeber, Ausführer, keinerlei Berührung. Um das zu stoppen, wurde 2025 mit Europol an der Spitze eine Taskforce namens Grimm hochgezogen. 300 Festnahmen bisher europaweit – hört sich an wie ein Krimi, ist aber bittere Realität.

Wachsende kriminelle Professionalität und Folgen

Klar wird aus all dem: Nicht jede gemeldete Schussabgabe endet überhaupt in einer Straftat, dafür nehmen die Prozesse und Verfahren zu. Die Polizei investiert in Spezialisten, die den Dschungel von organisierten Strukturen und jugendlichen Tätern durchstreifen. Ob all diese Maßnahmen nachhaltig dafür sorgen, dass weniger Waffen auf Berlins Straßen auftauchen – daran knabbern viele Experten noch herum. Fest steht: Die Mischung aus international organisierten Gruppierungen, digitaler Kriminalität und jugendlichen Mittätern macht die Lage brisanter denn je.

Unübersichtliche Waffenlage und jugendliche Täter

2026 steigen die Fälle von Schusswaffengebrauch in Berlin weiter – 585 Taten im ersten Halbjahr, darunter zahlreiche Drohungen, aber auch echte Schüsse mit fatalem Ausgang. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass immer häufiger Minderjährige von kriminellen Strukturen als sogenannte Dienstleistungs-Täter rekrutiert werden. Polizei und Staatsanwaltschaft reagieren mit Sondereinheiten wie Ferrum und Telum, während bei Europol die länderübergreifende Zusammenarbeit intensiviert wird.

Aktuelle Entwicklungen aus anderen Quellen

Nach Recherchen der letzten 48 Stunden berichtet die Süddeutsche, dass der Trend zu „Crime as a Service“ auch in anderen deutschen Großstädten zu beobachten ist, wobei vor allem soziale Medien zur Anwerbung Minderjähriger dienen (Quelle: Süddeutsche). Die Zeit hebt hervor, dass auch die politische Diskussion zur Verschärfung des Waffenrechts und zum besseren Schutz von Jugendlichen an Fahrt gewinnt, vor allem angestoßen durch eine neue Bundestagssitzung (Quelle: Zeit). Die taz analysiert in einem aktuellen Hintergrundartikel den Einfluss international agierender Banden auf die Alltagskriminalität in Berlin und sieht die Entwicklung mit großer Sorge, bemerkt aber auch, dass die öffentliche Unsicherheit stärker wächst als die eigentliche Gefahr (Quelle: taz).

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