Stihl revidiert Umsatzprognose für 2026 – Trockenheit zeigt Wirkung

Der bekannte Motorsägenhersteller Stihl rechnet 2026 erstmals nicht mehr mit gleichbleibenden Umsätzen. Vorstandsvorsitzender Michael Traub sieht die Dürre in Europa als Hauptursache und warnt zudem vor ökonomischen Grenzen beim Ausbau deutscher Produktionsstätten.

25.10.26 10:50 Uhr | 5 mal gelesen

Ungewöhnlich trockene Zeiten trüben Aussichten

Es kommt selten vor, dass ein Traditionsunternehmen wie Stihl öffentlich von seinen Umsatzerwartungen abrückt, doch diesmal führt die Trockenheit im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Delle im Wachstum. Laut Michael Traub, dem Chef des Hauses, schaut das Unternehmen für 2026 auf einen leichten, wenn auch nicht dramatischen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr – etwas unter 5,48 Milliarden Euro, wenn man seine Prognose ernst nimmt.

Pflanzen wachsen nicht – und die Zahlen auch nicht mehr

Noch vor wenigen Monaten konnte man beim 100-jährigen Jubiliäum Stihls von Stabilität sprechen. Jetzt? Ein abrupter Kurswechsel, der laut Traub vor allem am fehlenden Wachstum von Rasen, Sträuchern und Hecken liegt. Klingt fast zu simpel, ist aber Plausibilitätsbeweis dafür, wie sehr Wetterlagen das Geschäft mit Gartentechnik bestimmen können.

Kostendruck in Deutschland – und keine neuen Ausbauten

Die Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen für den Heimatstandort. Überhaupt, Deutschland: Hier drücken laut Traub die Lohnstückkosten, weshalb demnächst keine neuen Werke gebaut werden sollen. Akkubetriebene Gartengeräte zu produzieren sei in Deutschland kaum rentabel, wohingegen die Herstellung klassischer Benzin-Maschinen weiterlaufen kann. Von Entlassungen spricht Traub momentan nicht – immerhin ein Hoffnungsschimmer für die Belegschaft.

Wie stark Stihl verzweigt ist

Wenig überraschend: Stihl ist alles andere als ein rein deutsches Unternehmen. Die Produktionslinien für Geräte sind längst in die USA und nach China gewandert – ein Viertel der Maschinen jeder Art stammt aus diesen beiden Ländern. Traub gibt sich trotzdem kämpferisch und prophezeit, Stihl könne als „letzter Verbliebener“ am längsten am Markt bestehen. Der Fall Stihl illustriert anschaulich, wie unmittelbare Klimaverhältnisse ein business-as-usual innerhalb kurzer Zeit ins Wanken bringen. Wo wenig Grün sprießt, werden eben auch weniger Motorsägen und Co. benötigt. Für die Jahresbilanz bedeutet das einen erkennbaren Bruch – und für den Standort Deutschland einen Fingerzeig, dass Wachstum ganz neue Grenzen kennt. Ein Szenario, das in bedeutungsschwangeren Vorstandssätzen manchmal fast lapidar klingt, aber an vielen Arbeitsplätzen sehr konkret spürbar werden könnte.

Kurzfazit zur Situation bei Stihl

Stihl korrigiert seine Prognose für das Jahr 2026 erstmals nach unten und verweist offen auf die anhaltende Trockenheit in Europa als entscheidenden Grund. Damit zeigt sich, dass der Markt für Garten- und Forstgeräte extrem abhängig von klimatischen Bedingungen bleibt, die sich momentan offenbar gegen das Geschäft drehen. Angesichts der hohen Lohnkosten und der komplexen Standortüberlegungen in Deutschland sieht sich das Unternehmen zudem gezwungen, Expansionen im Inland auf Eis zu legen und den Produktionsfokus internationaler auszurichten, dabei werden Akkugeräte nicht mehr in Deutschland gefertigt. Neue Entwicklungen zu diesem Thema zeigen, dass sich weitere Unternehmen der Garten- und Landschaftsbaubranche auf schwierige Jahre einstellen müssen. Während Stihl in der Bundesrepublik weiterhin Benzin-Geräte fertigt, setzen Wettbewerber zunehmend auf Outsourcing und Automatisierung – beides Faktoren, die den bereits bestehenden Kostendruck verschärfen könnten. Verschiedene Branchenzeitschriften und Nachrichtenportale wie DW und FAZ betonen zudem, dass die Herstellung von Akkugeräten durch steigende Rohstoffkosten und veränderte Nachfrage zusätzliche Herausforderungen erfährt, wodurch der internationale Wettbewerb weiter zunimmt.

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