Strack-Zimmermann erwägt FDP-Vorsitz – aber nur als Teamlösung

Marie-Agnes Strack-Zimmermann bringt sich offenbar für die Führung der FDP ins Spiel – allerdings stellt sie sich das Amt nicht solo, sondern als Teil einer Doppelspitze vor. Das geht aus Berichten hervor, die sich auf Informationen aus dem engeren Führungskreis der Liberalen berufen.

heute 13:35 Uhr | 1 mal gelesen

Offenbar hat Strack-Zimmermann, die aktuell die FDP im Europaparlament anführt, am Montagvormittag im Parteipräsidium ihren Hut in den Ring geworfen – mit einer Bedingung: Sie ist nur bereit, das Amt zu übernehmen, wenn sie es sich mit einer zweiten Person teilen kann. Dem Vernehmen nach stellte sie dabei auch das Vertrauen in Christian Dürr – den aktuellen Parteichef – offen in Frage. Momentan erlaubt das FDP-Parteistatut diese Art Tandem-Führung übrigens nicht, aber ein Antrag dazu soll beim Parteitag Ende Mai eingebracht werden. Der Zeitpunkt ist brisant: Nach der jüngsten Wahlpleite in Rheinland-Pfalz, bei der die FDP erneut an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist, stehen ohnehin grundsätzliche Diskussionen auf der Tagesordnung.

Strack-Zimmermanns Vorstoß für die Doppelspitze trifft die FDP in einer besonders sensiblen Phase, da die Partei nach deutlichen Niederlagen bei den Landtagswahlen dringend über ihre Ausrichtung und Führung diskutiert. In den letzten Tagen fordern zunehmend prominente Mitglieder einen personellen und inhaltlichen Neuanfang, zumal auch der Bundesvorsitzende Christian Lindner in der Kritik steht. Anders als bislang nach außen kommuniziert, gärt es offenbar hinter den Kulissen der FDP und zahlreiche Stimmen aus Landesverbänden signalisieren, dass die Doppelspitze – falls statutarisch möglich – Chancen auf breite Unterstützung hätte. Darüber hinaus wurde öffentlich, dass der Antrag auf eine Doppelspitze inzwischen von mehreren Kreisverbänden vorangetrieben wird, in einigen Medien spekulieren politische Beobachter bereits über mögliche Kandidatenkonstellationen. Im Kontext europäischer Politik gewinnt Strack-Zimmermanns Schritt besondere Brisanz, da sie als profilierte Verfechterin sicherheitspolitischer Themen gilt, was potenziell nicht alle Parteiflügel überzeugt.

Schlagwort aus diesem Artikel