Striktere Spielregeln für Forschungspartnerschaften mit China gefordert

Nach Berichten über enge Verbindungen zwischen dem CISPA-Institut und China drängt der Stifterverband auf deutlich schärfere Kontrollen bei wissenschaftlichen Kooperationen mit chinesischen Partnern.

heute 19:35 Uhr | 2 mal gelesen

Gefühle zwischen Vorsicht und Pragmatismus schwingen bei den aktuellen Debatten um deutsch-chinesische Forschungskooperationen mit. Melanie Maas-Brunner vom Stifterverband bringt es – zwischen Nachdenklichkeit und Warnung – auf den Punkt: 'Die Risiken sind real.' Oft, so scheint es, werden Brücken gebaut, ohne die Pfeiler wirklich zu prüfen. Wer mit China zusammenarbeitet, muss künftig genau hinschauen, fordert Maas-Brunner: Strenge Prüfverfahren – Due Diligence, das klingt wie das trockene Rückgrat der Sorgfaltspflicht, meint aber ganz praktisch, die Motive und Hintergründe möglicher Partner im Voraus zu durchleuchten – seien notwendig. Universitäten könnten nicht länger nach dem Prinzip Hoffnung agieren; sie müssten stattdessen, schaut man genauer hin, proaktiv für Transparenz sorgen. Es geht nicht nur um Bürokratie, sondern auch um ein zunehmend komplexes globales Machtspiel, in dem Wissen schnell zur geopolitischen Währung wird. Maas-Brunner bleibt dabei, dass Eigeninteressen oberste Priorität bekommen sollten: 'Warum genau kooperieren wir, und was springt für uns dabei heraus?' Nur, wenn diese Fragen ehrlich beantwortet werden, kann wissenschaftliche Zusammenarbeit mit China tragfähig und sicher bleiben – alles andere wäre ein Blindflug mit womöglich unsanften Landungen.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fordert aufgrund wachsender Sicherheitsbedenken klare Regularien für die Zusammenarbeit zwischen deutschen Wissenschaftlern und chinesischen Einrichtungen. Hintergrund ist ein Bericht über mögliche intransparente China-Kontakte am CISPA-Institut in Saarbrücken. Melanie Maas-Brunner betont, dass eine rigide Prüfung der Kooperationspartner – also eine umfassende Due Diligence – notwendig sei, um potenziellen Missbrauch von Wissen und Know-how zu verhindern und den eigenen Nutzen künftig noch deutlicher in den Vordergrund zu rücken. In den aktuellen Medien wird das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Offenheit und politischer wie ökonomischer Vorsicht intensiv diskutiert. Wie die taz berichtet, erschweren internationale Konflikte und zunehmende Spionagevorwürfe eine vertrauensvolle Zusammenarbeit – deutsche Universitäten stehen häufig vor einem Dilemma zwischen Wissensdrang und Schutzmechanismen. Die FAZ hebt hervor, dass China selbst seine Wissenschaftskooperationen mit zunehmend politischen Bedingungen verknüpft und Technologietransfer gezielt als Werkzeug einsetzt, um strategische Vorteile zu sichern. Der Spiegel weist ergänzend darauf hin, dass der Bund bereits überlegt, zentrale Forschungskooperationen einer strikteren politischen Kontrolle zu unterwerfen, und dass eine öffentliche Debatte darüber läuft, wie sich die Wissenschaft auf eine neue Phase der internationalen Konkurrenz einstellen kann.

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