Super E10 gewinnt in Europa an Boden – Forderungen nach Lockerungen für Super E5 in Deutschland

Berlin – Benzin mit der Bezeichnung Super E10, das bis zu zehn Prozent Bioethanol enthält, erlebt einen regelrechten Aufschwung in Deutschland und weiteren Teilen Europas. Bereits in 21 Ländern kann der umweltfreundlichere Kraftstoff getankt werden. Interessanterweise halten nur noch deutsche Tankstellen an der Pflicht fest, auch Super E5 im Sortiment zu führen, obwohl fast alle modernen Benzinmotoren E10 problemlos vertragen.

03.07.26 13:00 Uhr | 1 mal gelesen

Man könnte fast meinen, Super E10 ist auf dem besten Wege, sich unaufhaltsam durchzusetzen – zumindest, wenn man den aktuellen Stimmen der Energiebranche lauscht. Stefan Walter vom Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft meint, dass durch den Einsatz von Bioethanol, etwa aus Überschüssen beim Getreide oder Zuckerrüben, mehr als 90 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu konventionellem Benzin ausgestoßen wird. Klimafreundlicher Straßenverkehr scheint damit ein Stück greifbarer. In immer mehr Nachbarländern verschwindet dagegen der klassische Sprit Super E5 von der Bildfläche. Österreich, Polen oder Tschechien passen ihre Vorgaben an EU-Klimazielsetzungen an; in Deutschland dagegen hält der Gesetzgeber stur an der flächendeckenden E5-Auswahlpflicht fest. Walter und auch Christian Küchen von en2x halten das mittlerweile für einen Anachronismus und plädieren dafür, Tankstellen mehr Spielraum beim Kraftstoffangebot zu geben – nicht nur wegen E10, sondern auch für kommende Alternativen wie Super E20. Die Nachfrage spricht offenbar für sich: Seit der Preisunterschied aus Kundensicht attraktiver geworden ist, etwa durch steigende Kraftstoffpreise infolge aktueller internationaler Krisen, wächst der Absatzanteil von E10 bis auf rund 35 Prozent – und das, obwohl fast alle modernen Benziner E10 vertragen. Dem steht nur eine kleine Minderheit von etwa 0,7 Prozent Pkw ab 1995 entgegen, für die E10 wirklich ungeeignet wäre – laut einer neuen Studie des KIT. Wer also Sorgen um seinen Motor hat, kann meist beruhigt umsteigen. Reisende, die Urlaub in Europa machen, finden E10 an Zapfsäulen von Belgien bis nach Ungarn; europaweit einheitlich geregelt, versteht sich. Die wichtigsten Infos dazu sammeln Portale wie kraftstoffe.info oder dat.de/e10/. Bei Unklarheiten hilft manchmal eben doch ein Blick in die Tankklappe oder – ganz klassisch – ins Handbuch.

Super E10 ist inzwischen in 21 EU-Staaten verbreitet und punktet nicht nur mit einer verbesserten Klimabilanz, sondern wird auch angesichts steigender Benzinpreise immer häufiger gewählt. Die gesetzliche Regelung in Deutschland, an jeder Tankstelle weiterhin Super E5 anzubieten, gilt mittlerweile als bürokratisches Überbleibsel – die meisten Benzinmotoren verkraften E10 laut neuesten Studien problemlos. In einer sich rasch wandelnden Tanklandschaft wird mittelfristig auch die Einführung noch klimafreundlicherer Mischungen wie E20 diskutiert. Ergänzung aus aktueller Recherche: - Laut einem neuen Artikel in der Süddeutschen Zeitung werden in den kommenden Monaten weitere europäische Länder ihre gesetzlichen Vorgaben zugunsten von Super E10 lockern, um die Energiewende im Verkehrssektor zu beschleunigen. Nachhaltigkeitsverbände begrüßen dies, fordern jedoch eine noch stärkere Kontrolle der Herkunft des Bioethanols, um negative Auswirkungen auf Lebensmittelpreise zu vermeiden. (Quelle: Süddeutsche Zeitung) - Die FAZ berichtet, dass insbesondere Automobilclubs immer wieder nachdrücklich darauf hinweisen, dass das Misstrauen gegenüber E10 technisch mittlerweile überholt sei und fordern eine breit angelegte Informationskampagne. Autofahrer seien dennoch oft verunsichert und greifen aus Gewohnheit weiter zu Super E5, obwohl die Kostenersparnis inzwischen deutlich sei. (Quelle: FAZ) - Auf taz.de wird thematisiert, dass die deutschen Mineralölkonzerne die Angebotspflicht für Super E5 als Wettbewerbsnachteil gegenüber europäischen Nachbarn empfinden. In Brüssel wächst daher der Druck, die deutschen Vorgaben anzugleichen, um Innovation und Marktwettbewerb nicht auszubremsen. (Quelle: taz)

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