Mit einer klaren Mehrheit – sechs zu drei Stimmen – stellte sich das höchste US-Gericht auf die Seite des Geburtsortsprinzips: Kinder, die auf amerikanischem Boden zur Welt kommen, haben Anspruch auf die Staatsbürgerschaft – unabhängig vom legalen Status ihrer Eltern. Der Vorsitzende Richter John Roberts schrieb in der Urteilsbegründung, dass der 14. Zusatzartikel der Verfassung absichtlich offen formuliert wurde, um inklusive Rechte zu garantieren. Ein bisschen fühlt es sich ironisch an, dass ausgerechnet jetzt, wo das Thema Migration wieder politisch aufgeladen ist, genau dieser Schutz bestätigt wird. Richter Clarence Thomas hingegen blieb skeptisch. Er sieht den ursprünglichen Zweck im Schutz ehemaliger Sklaven, nicht als erweitertes politisches Instrument. Trumps Reaktion? Statt sich zum Urteil zu äußern, zeigte er sich erfreut über zwei andere Entscheidungen des Gerichtshofs: Die Richter hoben erstens die Begrenzung für Parteispenden, zweitens die Teilnahmebeschränkungen für trans Frauen und Mädchen im Schulsport auf. Man merkt, dass selbst im Kontext bedeutsamer Verfassungsfragen Alltagspolitik durchblitzt. Und dass Argumentationslinien keineswegs immer geradlinig verlaufen.
Das Urteil des Supreme Courts stärkt das sogenannte 'Jus Soli', also das Geburtsortsprinzip, das festlegt: Wer auf US-Territorium geboren wird, gilt als amerikanischer Bürger. Während der Vorsitzende Richter die Intention einer breiten Bürgerrechtsauslegung betonte, wurden kritische Stimmen laut, die eine zu starke Flexibilisierung des 14. Zusatzartikels befürchten. In den letzten Tagen folgten mehrere, teilweise kontroverse Urteile des Gerichts, die das politische Klima – etwa im Wahljahr – weiter anheizen. Zusätzlich berichten neuere Artikel darüber, dass dieser Streit um Staatsbürgerschaftsrechte seit Jahren schwelt und immer wieder zu nationalen Debatten über Identität, Integration und Gerechtigkeit führt. Einige Stimmen in den US-Medien sehen hinter dem Supreme-Court-Urteil eine Absage an versuchte politische Einflussnahme durch die Exekutive, während andere fürchten, dass zukünftige Regierungen neue Wege für Einschränkungen finden könnten.