VW erwägt Import chinesischer Modelle nach Europa

Volkswagen denkt offenbar ernsthaft darüber nach, in China entwickelte Fahrzeuge erstmals auch auf dem europäischen Markt zu verkaufen.

30.06.26 18:11 Uhr | 2 mal gelesen

Interne Überlegungen bei Volkswagen – so berichtet es zumindest das 'Handelsblatt' unter Verweis auf Unternehmenskreise – reichen von einem simplen Import bis zur späteren Montage chinesischer Modelle direkt in Europa. Im Gespräch sind etwa ein SUV, das zusammen mit dem Partner SAIC entstanden ist, und ein weiteres Fahrzeug auf VWs neuer China-Plattform CSP. Eingeweihte vermuten, dass gerade das CSP-Modell besonders gute Chancen hat; wirklich entschieden ist aber alles andere als viel, und die Stimmung scheint vorsichtig abwartend. Auch die VW-Betriebsräte knüpfen ihre Unterstützung klar daran, dass den deutschen Standorten keine Nachteile entstehen – wie oft eigentlich, sobald sich strategisch etwas verschiebt. Die Option, das Werk Zwickau einzubinden, steht wohl im Raum, von offizieller VW-Seite gibt es dazu jedoch keinerlei Bestätigung. Falls es zu diesem Schritt kommt, würde Volkswagen damit ein echtes Tabu brechen: Bisher hat sich der Konzern recht eisern darauf verlassen, Entwicklung und Fertigung für Europa vor Ort abzuwickeln. Andererseits: China ist für VW inzwischen mehr als nur ein wichtiger Absatzmarkt, sondern auch eine Art Labor für neue Fahrzeugkonzepte. Vorstandschef Oliver Blume – ohnehin gerade dabei, ein weitreichendes Sparprogramm auszurollen – könnte mit dieser Maßnahme Flexibilität und Effizienz beweisen. Und das wäre nicht ganz unwichtig, angesichts der drohenden Kürzungen: Über 100.000 Arbeitsplätze stehen laut letzten Medienberichten auf der Kippe. Nicht gerade rosige Zeiten entlang der Produktionsbänder.

Die Möglichkeit, ‚Made in China‘-VW-Modelle in Europa zu verkaufen, ist ein kleiner Paukenschlag für den traditionsreichen Autobauer. Laut aktuellen Berichten denkt man tatsächlich über den direkten Import oder sogar eine Herstellung in europäischen Werken wie Zwickau nach. Dieses Vorgehen steht im Kontrast zur bisherigen Strategie, alles Wichtige für den Heimatmarkt im eigenen Land zu konzipieren und zu bauen. Interessanterweise trifft das Thema auch den Nerv aktueller Branchendebatten: Nicht nur kämpft VW gerade mit Überkapazitäten und massiven Sparzwängen, auch die Konkurrenz aus China drängt mit eigenen Marken und günstigeren Preisen nach Europa. Einige Experten betonen, dass die Adaption chinesischer Modelle – technologisch und preislich – helfen könnte, hier verlorenes Terrain gutzumachen. Neuere Pressemeldungen zeigen, dass VW seine Zukunftspläne in China sogar noch ausbaut, etwa durch engere Partnerschaften mit lokalen Tech-Giganten. Gleichzeitig wächst der politische Druck in Europa, faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber chinesischen Autobauern abzusichern. Die Nachrichtenlage bleibt angespannt: Am Tag nach dem Handelsblatt-Bericht berichtete zum Beispiel die 'Süddeutsche Zeitung', dass VW die Flexibilisierung seines Produktportfolios als Antwort auf den sich zuspitzenden internationalen Wettbewerb versteht. Klar ist: Es geht für Volkswagen nicht mehr nur um neue Modelle, sondern um die Zukunft des gesamten Konzerns.

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