Die Bundesregierung hat überraschend schnelle Maßnahmen beschlossen, um Reiseveranstalter finanziell zu entlasten: Die verpflichtenden Beiträge zum Reisesicherungsfonds werden erneut um die Hälfte gesenkt, auf nur noch 0,25 Prozent des Umsatzes aus Pauschalreisen. Die Regelung folgt laut Bundesregierung der Kritik aus der Branche, dass in wirtschaftlich guten Zeiten zu hohe Rücklagen sinnlos seien. Zugleich wird das Sicherheitskonzept des Fonds überarbeitet, um teure Zusatzabsicherungen bei Banken und Versicherern überflüssig zu machen. Insgesamt entsteht so eine jährliche Entlastung der Reisebranche in Höhe von geschätzten 630 Millionen Euro; das freigesetzte Kapital kann in Innovationen oder Service fließen. Anders als in den Anfangsjahren nach der Thomas-Cook-Pleite genießen Reiseveranstalter damit finanziell mehr Luft – aber es bleibt ein Balanceakt, ob die neuen Beiträge eine künftige Insolvenzwelle auffangen könnten. Nach Recherche aktueller Medienberichte ist die Tourismusbranche derzeit auch durch den anhaltenden Personalmangel, steigende Energiekosten und die Folgen geopolitischer Krisen herausgefordert. Die jüngsten Übernachtungszahlen in Deutschland verzeichnen einen langsamen, teils stockenden Anstieg im internationalen Vergleich. Viele Unternehmen investieren verstärkt in Digitalisierung und nachhaltige Angebotserweiterung, um am globalen Tourismusmarkt attraktiv zu bleiben.