Über 265.000 ukrainische Männer zwischen 23 und 60 leben in Deutschland – Schutzstatus auf der Kippe

Eine geplante Änderung beim Schutzstatus könnte das Leben von mehr als einer Viertelmillion ukrainischer Männer, die zwischen 23 und 60 Jahre alt sind und derzeit in Deutschland leben, deutlich beeinflussen.

heute 17:03 Uhr | 3 mal gelesen

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hielten sich zum Stichtag 31. Mai exakt 265.804 ukrainische Männer im Alter zwischen 23 und 60 Jahren in Deutschland auf. Bislang war öffentlich meist nur von einer größeren Altersgruppe (18 bis 63 Jahre) mit 349.520 Männern zum 9. März die Rede, wobei deren Zahl innerhalb eines Jahres um rund 52.000 gestiegen war. Ebenso lebten zu diesem Zeitpunkt über eine halbe Million Frauen mit ukrainischem Pass im gleichen Alter hier. Politisch brisant: Die EU-Kommission plant nun auf Wunsch der ukrainischen Regierung, den automatischen Schutzstatus für Männer von 23 bis 60 Jahren nicht weiter zu verlängern – was für Deutschland ein Umbruch bedeuten könnte. Das letzte Wort haben zwar die Mitgliedstaaten, doch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat schon klar Position bezogen und befürwortet das Vorhaben. Hintergrund des Ganzen ist das anhaltende Kriegsrecht in der Ukraine, das eigentlich Männern im genannten Alter seit 2022 die Ausreise verbietet. Dennoch haben es offenbar viele geschafft, das Land zu verlassen. Übrigens: Formal könnten für Gefechte an der Front in der Ukraine erst Männer ab 25 Jahren verpflichtend eingezogen werden. Irgendwie wirkt das alles nicht nur wie Statistik, sondern auch wie politischer Zündstoff – gerade wenn man mal einen Moment über Alltagsrealitäten und Ängste der Betroffenen nachdenkt.

Die Diskussion um den Schutzstatus ukrainischer Männer von 23 bis 60 Jahren bringt bisher nicht nur politische Debatten ins Rollen, sondern wirft auch ganz praktische Fragen nach den Konsequenzen für die Betroffenen auf. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat die EU den sogenannten temporären Schutz für Kriegsflüchtlinge gewährt, worunter auch viele Männer fielen, für die in der Ukraine eigentlich ein Ausreiseverbot gilt. Die geplante Beendigung des Schutzstatus steht im Kontext des anhaltenden Personalmangels bei den ukrainischen Streitkräften, während gleichzeitig in Deutschland – wie in anderen EU-Ländern – viele Familien befürchten, getrennt zu werden oder „zwischen den Stühlen“ zu landen. Medienberichten zufolge gibt es teils scharfe politische Debatten sowohl in Brüssel als auch in den Hauptstädten der Mitgliedsstaaten, wobei humanitäre Überlegungen und geopolitische Interessen aufeinanderprallen. Aktuell ist offen, in welchem Tempo und mit welchen Mechanismen eine Rückführung oder Status-Änderung praktisch stattfinden könnte.

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