Urlaub bleibt für viele in Deutschland ein ferner Traum

Das Verreisen während der Sommerzeit scheint für einen beachtlichen Teil der Bevölkerung in Deutschland mehr Wunsch als Wirklichkeit zu sein.

heute 08:24 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn man die aktuellen Zahlen betrachtet, ist es fast schon überraschend – aber knapp 21 Prozent der Menschen in Deutschland meinten im Jahr 2025 laut eigener Aussage, dass sie sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten können. Das entspricht etwa 17,3 Millionen Menschen; das Statistische Bundesamt hat das diese Woche veröffentlicht. Interessanterweise hat sich dieser Prozentsatz im Vergleich zu 2024 überhaupt nicht verändert. Noch 2023 lag die Zahl ein Stück höher, bei 23 Prozent. Im EU-Vergleich sieht es, so traurig das für Deutschland klingt, sogar noch etwas besser aus – denn europaweit liegt der Schnitt bei 28 Prozent, also ist es anderswo noch schwieriger, sich eine Auszeit zu gönnen. Besonders dramatisch ist die Lage etwa in Rumänien, wo stolze 61 Prozent sagen, sie könnten sich keinen Urlaub leisten. Auch in Griechenland, Bulgarien oder Ungarn sieht es nicht viel rosiger aus. Deutschland liegt also immerhin vorn, aber viel Grund zum Jubeln gibt es angesichts dieser Zahlen auch nicht.

Ob jemand reist oder zu Hause bleibt, hängt – wenig überraschend – klar vom Einkommen ab. Wenn pro Person weniger als ungefähr 1.600 Euro netto im Monat zur Verfügung stehen, dann betrifft dieser Reiseverzicht fast jeden zweiten. Selbst wer zwischen 1.600 und 2.100 Euro verdient, kommt immerhin noch auf eine beachtliche Quote von 28 Prozent, die nicht wegfahren. Aber selbst Besserverdienende sind nicht völlig gefeit – da gibt es offenbar weitere Belastungsfaktoren. Besonders hart trifft es Alleinerziehende und Alleinlebende: Dort sind jeweils 39 beziehungsweise 29 Prozent betroffen, während Haushalte mit zwei Erwachsenen ohne Kinder mit 16 Prozent und solche mit Kindern mit 18 Prozent immerhin seltener auf ihre Auszeit verzichten müssen. Es bleibt also ein dickes Fragezeichen hinter der berühmten Sommerurlaubs-Freiheit, die so selbstverständlich gar nicht ist.

Im Jahr 2025 konnten sich rund ein Fünftel der Menschen in Deutschland keinen einwöchigen Urlaub leisten, laut Angaben des Statistischen Bundesamts. Im europäischen Vergleich steht Deutschland damit besser da als der EU-Durchschnitt, doch vor allem Geringverdiener, Alleinerziehende und Alleinlebende sind besonders betroffen. Many Sozialverbände warnen, dass steigende Lebenshaltungskosten diesen Trend verschärfen und fordern eine gezielte Unterstützung für besonders betroffene Gruppen. Hinzu kommt, dass auch psychologische Faktoren wie Angst vor Jobverlust und unsichere Arbeitsverhältnisse dazu beitragen, dass Menschen auf Urlaub verzichten (dies wird etwa im Interview mit dem Paritätischen Gesamtverband auf www.deutschland.de diskutiert). Außerdem wurde in mehreren Medien berichtet, dass in den letzten Monaten nicht nur die Preise für Reisen, sondern auch für alltägliche Dinge wie Nahrungsmittel und Energie deutlich gestiegen sind, was den finanziellen Spielraum für Freizeitaktivitäten weiter einschränkt.

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