Ob jemand reist oder zu Hause bleibt, hängt – wenig überraschend – klar vom Einkommen ab. Wenn pro Person weniger als ungefähr 1.600 Euro netto im Monat zur Verfügung stehen, dann betrifft dieser Reiseverzicht fast jeden zweiten. Selbst wer zwischen 1.600 und 2.100 Euro verdient, kommt immerhin noch auf eine beachtliche Quote von 28 Prozent, die nicht wegfahren. Aber selbst Besserverdienende sind nicht völlig gefeit – da gibt es offenbar weitere Belastungsfaktoren. Besonders hart trifft es Alleinerziehende und Alleinlebende: Dort sind jeweils 39 beziehungsweise 29 Prozent betroffen, während Haushalte mit zwei Erwachsenen ohne Kinder mit 16 Prozent und solche mit Kindern mit 18 Prozent immerhin seltener auf ihre Auszeit verzichten müssen. Es bleibt also ein dickes Fragezeichen hinter der berühmten Sommerurlaubs-Freiheit, die so selbstverständlich gar nicht ist.
Im Jahr 2025 konnten sich rund ein Fünftel der Menschen in Deutschland keinen einwöchigen Urlaub leisten, laut Angaben des Statistischen Bundesamts. Im europäischen Vergleich steht Deutschland damit besser da als der EU-Durchschnitt, doch vor allem Geringverdiener, Alleinerziehende und Alleinlebende sind besonders betroffen. Many Sozialverbände warnen, dass steigende Lebenshaltungskosten diesen Trend verschärfen und fordern eine gezielte Unterstützung für besonders betroffene Gruppen. Hinzu kommt, dass auch psychologische Faktoren wie Angst vor Jobverlust und unsichere Arbeitsverhältnisse dazu beitragen, dass Menschen auf Urlaub verzichten (dies wird etwa im Interview mit dem Paritätischen Gesamtverband auf www.deutschland.de diskutiert). Außerdem wurde in mehreren Medien berichtet, dass in den letzten Monaten nicht nur die Preise für Reisen, sondern auch für alltägliche Dinge wie Nahrungsmittel und Energie deutlich gestiegen sind, was den finanziellen Spielraum für Freizeitaktivitäten weiter einschränkt.