Verhaltenes Wachstum beim Auftragsbestand im Produzierenden Gewerbe

Im April 2026 legte der preisbereinigte Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe leicht zu – laut Statistischem Bundesamt stieg er gegenüber dem März um 0,4 Prozent nach saisonaler und kalendarischer Anpassung.

heute 08:23 Uhr | 2 mal gelesen

Verglichen mit April 2025 ergibt sich ein Zuwachs beim Auftragsbestand von 8,4 Prozent (wiederum kalenderbereinigt). Besonders beigetragen dazu haben die Hersteller von IT-, Elektronik- und optischen Produkten, deren Auftragsbestand innerhalb eines Monats um 2,4 Prozent kletterte. Der Bereich sonstiger Fahrzeugbau (also etwa Flugzeuge, Schiffe und Züge) verbuchte ebenfalls ein kleines Plus von 0,6 Prozent. Dagegen machte der Bereich Chemie den Unternehmen einen Strich durch die Rechnung – hier gingen die offenen Aufträge um deutliche 3,7 Prozent zurück. Die Nachfrage aus dem Inland legte leicht zu (+0,2 Prozent), bei Bestellungen aus dem Ausland lag das Plus bei 0,6 Prozent. Für die Hersteller von Investitionsgütern stand ein moderater Zuwachs von 0,5 Prozent, Konsumgüterhersteller steigerten ihren Auftragsbestand um 1,6 Prozent, während die Vorleistungsindustrie keinerlei Veränderung vorzuweisen hatte. Insgesamt bleibt die Reichweite der vorliegenden Aufträge – quasi die „Auslastungsreichweite“ ohne neue Bestellungen – bei 8,8 Monaten. Detailliert: Bei Zulieferern 4,6 Monate, bei Herstellern von Ausrüstungsgütern 12,2 Monate und bei Konsumgütern 4 Monate. Die Reichweite ergibt sich vereinfacht gesagt aus dem aktuellen Auftragsbestand im Verhältnis zum durchschnittlichen Monatsumsatz des letzten Jahres – ein nüchternes Maß dafür, wie lange die Unternehmen mit der vorhandenen Arbeit ausgelastet wären. Ganz ehrlich: Diese Stabilität könnte sowohl als positives Signal für Zuverlässigkeit als auch als Ausdruck fehlender Impulse gewertet werden. Für größere Dynamik fehlt es jedenfalls derzeit an Zeichen.

Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist im April 2026 weiterhin auf stabilem, leicht wachsendem Niveau. Besonders deutlich zeigt sich das Plus in der Elektronikbranche und im Fahrzeugbau (vor allem Spezialbereiche), während die Chemieindustrie weiterhin mit rückläufiger Nachfrage kämpft. Betrachtet man die aktuell bekannten Wirtschaftsmeldungen, so sehen Experten in der konjunkturellen Seitwärtsbewegung vor allem das Ergebnis weltwirtschaftlicher Unsicherheiten, schwacher Binnennachfrage und nach wie vor vorsichtiger Investitionsentscheidungen. Laut taz und SZ stehen viele Unternehmen vor einer besonderen Herausforderung: Der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften bremst vielerorts die Ausweitung der Produktion und erschwert auch die Umsetzung neuer Investitionen. Inmitten dieser Unsicherheiten scheint der stabile Auftragsbestand einerseits beruhigend, andererseits aber ebenso ein Ausdruck der aktuellen Zurückhaltung. Ergänzt man dies durch aktuelle Berichte, so spielt inzwischen auch die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung eine verstärkte Rolle im wirtschaftlichen Alltag von Industriebetrieben.

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