Wer im Süden lacht, staunt oder für einen Moment über die Absurditäten des Alltags reflektiert, hatte wahrscheinlich schon mal mit einem Preisträger des Kleinkunstpreises zu tun. Jetzt, im Jubiläumsjahr 2026, zeigen die Gewinner:innen erneut, wie wandelbar und überraschend Kleinkunstwerke daherkommen können – und wie sie Publikum und Jury in Baden-Württemberg bezaubern. Staatssekretärin Nese Erikli brach bei der Preisverkündung eine Lanze für die Vielschichtigkeit der Kleinkunst: Ob Zirkuseinlage, Musikalisches oder Comedy – große Fragen landen auf kleinen Bühnen. Mal augenzwinkernd subtil, dann wieder mit voller Wucht – aber immer aufrichtig.
Paul Nemeth, der mit Lotto BW die Preise ermöglicht, klingt beinahe euphorisch: 'Solche kreativen Köpfe beweisen, dass Kleinkunst mehr ist als nur Unterhaltung für zwischendurch – sie geben dem Publikum echte Glücksmomente.'
Überreicht werden die Preise am 19. Oktober 2026 im Theaterhaus Stuttgart, wo dann auch der noch geheime Lotto BW-Ehrenpreis ausgelobt wird. Die Jury ist breit aufgestellt – Acts und Veranstalter:innen sitzen Seite an Seite, genauso wie Vertreter:innen vom SWR.
Kurzer Blick auf die diesjährigen Hauptgewinner:
Lukas Aue, Artist aus Bad Herrenalb, agiert seit über 20 Jahren auf allen möglichen Bühnen, ganz ohne Worte. Akrobatik, Slapstick und Poesie treffen bei ihm aufeinander – die Jury ist beeindruckt von seiner Virtuosität und Bildsprache.
Jochen Prang aus Stuttgart, einer der Namen in der deutschen Stand-up-Comedy, hält dem Irrsinn des Alltags humorvoll den Spiegel vor, ob er nun über Elternzeit sinniert oder die Tücken der Nachbarschaft zerlegt. Die Jury lobt insbesondere seinen scharfen Blick – und Prangs Kunst, den Moment zu treffen.
Und Luan? Der schwäbisch-albanische Comedy-Cop arbeitet hauptberuflich bei der Polizei und bringt seine skurrilen Erlebnisse komödiantisch (!!) auf die Bühne. Authentisch, manchmal schonungslos ehrlich, aber immer so, dass man ihm gerne zuhört.
Die Förderpreis-Gewinner sind niemand Geringeres als das Duo Riedel & Meister, die mit musikalischen Kurzformaten und pointierten Geschichten das Publikum um den Finger wickeln. Dazu die zwischen Nord und Süd changierende Liedermacherin Theresa Dold, deren Musik mal zart, mal energetisch aufgeladen von Heimat, Aufbruch und Fernweh erzählt.
Kleiner Exkurs: Der Kleinkunstpreis gilt als wichtigster seiner Art im Bundesland. Künstler:innen wie Bülent Ceylan oder Florian Schroeder nutzten ihn als Karrieresprungbrett. Insgesamt kommen mittlerweile 185 Preisträger:innen aus neun verschiedenen Sparten. Ausgerichtet und betreut wird der Preis von LAKS Baden-Württemberg e.V.
Der Kleinkunstpreis Baden-Württemberg wird seit 1986 jährlich vergeben und hat sich als Sprungbrett für viele heute bekannte Künstler:innen etabliert. Im Jubiläumsjahr 2026 erhielten die Hauptpreise Lukas Aue, Jochen Prang und Luan für ihre originellen Darbietungen; Riedel & Meister sowie Theresa Dold wurden mit Förderpreisen ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 19. Oktober 2026 in Stuttgart statt und bietet mit dem noch geheimen Ehrenpreis zusätzliche Spannung. Im Jahr 2024 wird die Bedeutung der Kleinkunst im Südwesten zunehmend in den Medien diskutiert, da regionale Kulturpreise deutschlandweit angesichts steigender Konkurrenz um Förderung und Publikum stärker als Identitätsmarker fungieren (vgl. Quelle: Süddeutsche Zeitung). Parallel betonen viele Kulturakteure, dass gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und kultureller Unsicherheiten die Kleinkunstszene für innovative Formate und Diversität steht (vgl. Quelle: Die Zeit). Auch digital expandiert das Feld zunehmend, mit bundesweiten Touren und Streaming-Angeboten, was dem Preis und seinen Preisträger:innen eine neue Reichweite ermöglicht (vgl. Quelle: t3n).