Apotheken am Limit: Zusätzliche Sparmaßnahmen könnten Versorgung gefährden

Berlin – Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker stecken in einer echten Zwickmühle: Sie tragen seit Jahren zum Sparen im Gesundheitssystem bei, sollen aber erneut stärker zur Kasse gebeten werden. Nach Ansicht der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – geht das zu weit. Denn bereits jetzt ist die wirtschaftliche Belastung für viele Apotheken ein kaum zu stemmendes Risiko. Die geplante Anhebung des Apothekenabschlags könnte viele Betriebe an den Rand der Existenz bringen. Am Montag diskutiert der Gesundheitsausschuss des Bundestages die umstrittenen Pläne des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes – der Bundesrat hatte sich schon klar dagegen positioniert.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Thomas Preis, Präsident der ABDA, bringt es auf den Punkt: Apothekerinnen und Apotheker sollen – so der Tenor aus Politik und Gesellschaft – auch künftig eine wichtige Rolle spielen. Sie sollen die Primärversorgung sichern, gerade in Krisenzeiten wie der Pandemie. Paradox: Während ihre Leistungen ausgebaut werden sollen, denkt die Bundesregierung daran, erneut und recht deftig an der Vergütungsschraube zu drehen. Geplant ist, den Apothekenabschlag ab 2027 von 1,77 auf 2,07 Euro pro verschriebenem Medikament zu erhöhen. Preis hält dagegen: Schon seit 2013 sind die Apothekenhonorare quasi eingefroren. Milliardenbeträge haben sie dadurch für die Krankenkassen über Jahre eingespart. Jetzt, wo das Apothekenhonorar gerade erst etwas angehoben wurde, soll es schon wieder gekürzt werden – das hält die ABDA für untragbar. Es gefährdet Existenz, Nachwuchs und die Versorgung am Land. Preis fordert den Bundestag klar auf, dem Veto des Bundesrates zu folgen und das Spargesetz in dieser Form zu stoppen. Mehr Infos dazu gibt es direkt bei der ABDA.

Seit vielen Jahren schon stemmen sich Apotheken in Deutschland gegen immer neue Sparrunden – so sehen es zumindest ihre Vertreter. Laut einer aktuellen Analyse sind viele Standorte gerade in ländlichen Gebieten gefährdet; schon jetzt schließen regelmäßig Betriebe. Die geplante Erhöhung des Apothekenabschlags stößt daher auf heftigen Widerstand, da sie nicht nur die wirtschaftliche Stabilität der Apotheken, sondern auch die flächendeckende Versorgung ernsthaft in Gefahr bringt. In der gesundheitspolitischen Debatte der letzten Tage wird das Thema ebenfalls heiß diskutiert: Die Süddeutsche Zeitung hebt hervor, dass der Apothekenmarkt „unter Druck“ stehe und zahlreiche Schließungen drohten, sollte die Politik nicht umsteuern. Zudem beleuchten andere Medien wie Spiegel oder FAZ, dass die Patienten sich zunehmend Sorgen um die Versorgung machen und teils jetzt schon längere Wege zur nächsten Apotheke in Kauf nehmen müssen. Zahlreiche Fachverbände fordern eine schnelle Kehrtwende – andernfalls drohe besonders abseits der Großstädte eine Versorgungslücke.

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