Mutmaßlicher Täter nach tödlichem Anschlag auf Putin-Gegner in Polen gefasst

In Polen ist ein Verdächtiger festgenommen worden, der mit der Ermordung des russischen Künstlers und Oppositionsaktivisten Semjon Skrepezki in Verbindung stehen soll. Nach Angaben von Regierungschef Donald Tusk handelt es sich um einen Mann mit georgischem Pass, während die Behörden fieberhaft versuchen, Hintermänner und Auftraggeber hinter der Tat zu identifizieren. Die Festnahme erfolgte im Umland von Warschau durch polnische Sicherheitskräfte.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Mit einem scheinbar ordentlichen, aber etwas abgenutzten georgischen Pass in der Tasche wurde der mutmaßliche Täter – offiziell 36 Jahre alt, wenn man dem Pass Glauben schenkt – in einem Vorort von Warschau erwischt. Wer er wirklich ist? Noch offen, denn die Ermittler fächern gerade erst seine Identität weiter auf. Rückblick: Am frühen Montagmorgen, irgendwo in Biala Podlaska, endete das Leben von Semjon Skrepezki, alias Robert K., binnen weniger Sekunden durch fünf Schüsse, die – fast kafkaesk – zu sieben Einschusswunden führten. Eine klirrende, viel zu frühe Stille in einem Wohnviertel, das bis dahin niemand kannte. Erst lag die Untersuchung bei der Lubliner Staatsanwaltschaft, jetzt kümmert sich die landesweite Behörde darum. Kurios: Zwei Männer aus Weißrussland waren kurzzeitig verdächtig und in Haft – aber anscheinend saßen sie zur falschen Zeit am falschen Ort. Jetzt liegt der Fokus auf dem Georgier. Hinter all dem, natürlich, die bange Frage: Handelt jemand im Auftrag – und wenn ja, für wen?

Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Russland und europäischen Staaten schlägt die Nachricht über die Aufsehen erregende Ermordung des Künstlers Skrepezki große Wellen. Der Verdacht besteht, dass es sich um einen gezielten politischen Mord handeln könnte, da Skrepezki als Kritiker Putins galt und bereits zuvor Drohungen erhalten hatte. Neben den aktuellen Ermittlungen zur Identität des Verdächtigen untersucht die polnische Polizei auch mögliche Verwicklungen internationaler Geheimdienste oder krimineller Strukturen. Laut aktuellen Medienberichten haben polnische Politiker die Tat scharf verurteilt und betonen die Bedeutung von Sicherheit für Exil-Oppositionelle. Viele Organisationen, besonders solche, die sich für Meinungsfreiheit einsetzen, warnen vor einer möglichen Ausweitung von gezielten Angriffen auf Regimekritiker im EU-Ausland. Zusätzliche Untersuchungen betreffen außerdem, ob der Festgenommene tatsächlich allein handelte oder in ein größeres Netz eingebunden ist, wobei auch frühere, ähnlich gelagerte Fälle in West- und Mitteleuropa überprüft werden. Der Mord wirft Licht auf die schwierige Situation russischer Dissidenten im Exil, nicht nur in Polen, und fordert auch Diskussionen über den Schutz von Geflüchteten und Oppositionellen neu heraus.

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