Warnstreiks bei vier ARD-Sendern: Verdi macht ernst

Die Gewerkschaft Verdi ruft die Mitarbeitenden beim NDR, WDR, SWR und BR zu Streiks auf. Während die einen Sender schon seit Mittwoch betroffen sind, legten sich am Donnerstag auch Beschäftigte in Hannover und Bayern quer. Unmut gärt – und hat direkt spürbare Konsequenzen.

heute 09:37 Uhr | 3 mal gelesen

Stillstand im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Ausgerechnet mitten im laufenden Sendebetrieb rollen bei mehreren ARD-Anstalten die Wellen. Verdi hat wieder einmal die Streikfahne gehisst und möchte – wenig überraschend – Bewegung in die zähen Lohnverhandlungen bringen. Es geht, wie so oft, ums liebe Geld. Die Forderung klingt knapp und klar: Sieben Prozent mehr, mindestens 300 Euro monatlich extra, und das alles über zwölf Monate. Doch die Antwort der Arbeitgeber? Ein Vorschlag, der mit einer Laufzeit von 35 Monaten und jährlichen Mini-Steigerungen von einem bis zwei Prozent daherkommt. Für viele Beschäftigte ist das einfach nicht akzeptabel.

Besonders offensichtlich wurde das am Donnerstagmorgen: Ausgerechnet im ARD-Morgenmagazin fehlte die gewohnte Tagesschau-Sprecherin auf dem Bildschirm. Etwas trostlos stand die Nachricht so im Raum. Aber auch bei der NDR-Radiophilharmonie läuft nicht alles nach Plan – obwohl das Konzert am Abend trotzdem stattfinden kann. Der Warnstreik wird dort um 19 Uhr unterbrochen oder endet zum Konzertbeginn. Apropos: Am Mittag versammelt sich das NDR-Streikpublikum in Hannover zum Protest. Knapper Nachsatz: Die nächste Verhandlungsrunde findet erst Ende Juni statt. Es bleibt also noch Zeit für heiße Köpfe und vielleicht weitere Aktionen. Ich frage mich, wie oft man diese Rituale wiederholen muss, bevor beide Seiten endlich zusammenrücken. Oder ist das am Ende schon Teil des Spiels?

Verdi hat die Reißleine gezogen: Wegen festgefahrener Tarifgespräche im öffentlich-rechtlichen Rundfunk rief die Gewerkschaft zu Warnstreiks unter anderem bei NDR, WDR, SWR und BR auf. Zahlreiche Beschäftigte fordern ein deutliches Lohnplus von sieben Prozent sowie mindestens 300 Euro mehr im Monat, während die Senderleitungen mit einem viel längeren Zeitrahmen und geringeren Erhöhungen gegenhalten. Die Streiks beeinträchtigen bereits jetzt den Sendebetrieb – das ARD-Morgenmagazin etwa musste eine Tagesschau ohne Bild der Sprecherin zeigen. Die nächste Tarifrunde für den NDR ist für den 26. Juni geplant, sodass die Auseinandersetzung noch andauern dürfte. Neuere Berichte heben zudem hervor, dass die Unzufriedenheit unter den Mitarbeitenden durch gestiegene Lebenshaltungskosten befeuert wird, während von Senderseite Kostendruck und Verpflichtungen zur Beitragsstabilität betont werden. Die Tarifauseinandersetzung steht damit exemplarisch für die wachsende Spannung zwischen Sparzwängen und sozialer Verantwortung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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