IMK erwartet schwache Konjunktur: Energiepreise drücken Wirtschaftswachstum auf 0,6 Prozent

Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland sind getrübt. Nach Einschätzung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bremst vor allem der Energiepreisschock durch den Iran-Konflikt den Aufschwung deutlich.

heute 09:38 Uhr | 3 mal gelesen

Es braucht, so mutmaßt das IMK, vor allem eins: dass sich die Lage am Persischen Golf nicht weiter verschärft. Erst wenn die entscheidende Seeroute – die Straße von Hormus – wieder verlässlich offen ist, könnte sich die heimische Wirtschaft erholen. Um satte 0,3 Prozentpunkte senkte das IMK nun die Wachstumsprognose für 2026 gegenüber März. Die Inflation bleibt mit erwarteten 2,8 Prozent 2026 spürbar – das trifft die Haushalte direkt und dämpft die Kauflust. Frühestens 2027 könnte das Preisniveau wieder moderater klettern (2,3 Prozent). Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich die Unsicherheit: Die Arbeitslosenquote soll 2026 auf 6,4 Prozent steigen, bevor es 2027 etwas besser aussieht (6,3 Prozent). Für Sebastian Dullien vom IMK bleibt der wirtschaftliche Schaden durch den Iran-Krieg spürbar präsent, insgesamt aber noch im Rahmen des Beherrschbaren. Auf globaler Ebene ist Bewegung drin: Mit nur drei Prozent Wachstum weltweit sieht das IMK keine goldenen Zeiten voraus. Die USA mit ihrer aktuellen Handelspolitik bremsen den ohnehin lahmen Welthandel weiter. Deutschlands Exporte verheißen wenig Besserung; plus 0,3 Prozent für 2026 klingt eher nach Stagnation, kleine Erholung erst 2027 (plus 1,5 Prozent). Tja, alles etwas zäher als erhofft.

Das IMK hat seine Prognosen für die deutsche Wirtschaft erneut nach unten korrigiert: Die geopolitische Unsicherheit und teure Energie treffen das Land empfindlich, auch weil deutsche Unternehmen vom schwachen Welthandel wenig profitieren. Die Bundesregierung steht unter Druck, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und Investitionen in neue Energieträger zu beschleunigen. Neueste Analysen aus den vergangenen Tagen zeigen zudem, dass die Inflationserwartungen und die Angst vor Energiemangel auch zu einer Zurückhaltung bei Unternehmen und Haushalten führen – das schwächt die Binnennachfrage weiter.

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