Wer kürzlich über eine der sonnenverbrannten Inseln im Mittelmeer gereist ist, dem mag aufgefallen sein, wie wertvoll jeder Tropfen Wasser mittlerweile geworden ist. „Wenn das Salz im Brunnen steht, geht gar nichts mehr: Kein Gießen, kein Trinken, kein Leben – aus die Maus!“, so sagt es sinngemäß Dr.-Ing. Bernhard Pircher von DesertGreener, der in Italien, Spanien, ja im ganzen Mittelmeerraum die Alarmglocken läutet. Seine Firma will eine Wende herbeiführen, indem sie Sonnenkraft nutzt, um aus salzigem Meerwasser bezahlbares Trinkwasser, ja sogar Mineralien und grünen Wasserstoff gewinnt. Klingt nach Science-Fiction? Dabei steht schon eine Pilotanlage auf Zypern – sie pflückt buchstäblich das Brauchbare aus den Wellen des Mittelmeers, angetrieben nur von Sonnenstrahlen und menschlicher Erfindungslust.
Was auffällt: DesertGreener möchte niemandem die bestehenden Anlagen madig machen. Vielmehr setzen die Wiener Solartürme auf Synergie – sie könnten vorhandene Entsalzungsanlagen ergänzen, deren Salzreste weiterverwerten und die Ausbeute steigern. Gerade in Regionen wie Almería, wo Gemüse auf salzkranker Erde wächst, könnte solches Destillat helfen, das Verhängnis zu stoppen. Behörden allerdings sind schwer zu überzeugen, weil sie solide Daten und unabhängige Studien fordern – einfach so ‚blind‘ unterschreibt in Brüssel und Palermo eben niemand. Also bieten Pircher und Kollegen diese Studien an, laden unabhängige Experten ein und trommeln für weitere Forschung rund um Solarthermie und Lebenszyklusanalysen.
Obwohl die Technik längst bereit ist und wissenschaftlich gestützt wird, mahlen die Eigenheiten der Ausschreibungsmühlen langsam. Eines ist jedoch klar: Der Mangel an brauchbarem Frischwasser ist längst nicht nur ein Thema für die nächste Dürreperiode. Dass DesertGreener schon heute auf eine funktionierende Demo-Anlage verweisen kann, ist immerhin ein Hoffnungsschimmer in wilden Zeiten.
Der Artikel beschreibt die akuten Wasserprobleme vieler Mittelmeerinseln: Versalzte Brunnen, zunehmende Trockenheit und der wachsende Bedarf an sauberem Trinkwasser. Die Wiener Firma DesertGreener bietet eine Lösung, die auf solarbetriebener Meerwasserentsalzung basiert – energieschonender und umweltfreundlicher als herkömmliche Umkehrosmoseanlagen. Trotz technischer Machbarkeit ist der Weg zur flächendeckenden Nutzung lang, weil politische Prozesse, EU-Regelwerke und Ausschreibungen den Einsatz neuer Technik verzögern. Nach neuesten Medienberichten beschäftigt die Kombination aus Trockenheit, Wassermangel und steigenden Verbraucherpreisen etliche Mittelmeerstaaten weiterhin massiv: So zeigt die Süddeutsche Zeitung, dass die Bauern auf Sardinien bereits Ernteausfälle befürchten, während die FAZ aktuelle EU-Initiativen analysiert, die Entsalzung und Wasserrecycling fördern sollen. Ähnliche Projekte wie das von DesertGreener erhalten inzwischen internationale Aufmerksamkeit – unter anderem beschäftigt sich taz.de in einem heute veröffentlichten Hintergrund mit der zunehmenden Versalzung der Böden in Südeuropa und möglichen technischen Gegenmaßnahmen. Auch wurde von DW berichtet, dass der Wassermangel weltweite Lieferketten bedroht und politische Unruhen auslösen könnte. All diese Beispiele verdeutlichen die Dringlichkeit innovativer wasserwirtschaftlicher Lösungen wie der von DesertGreener. Die aktuelle Forschung legt zudem nahe, dass solare Entsalzung künftig eine Schlüsselrolle bei der Anpassung mediterraner Regionen an Klimawandel und Bevölkerungsdruck spielen könnte.