Manchmal fragt man sich ja: Muss wirklich alles so kompliziert geregelt sein? Genau das ergibt eine neue Untersuchung im Bauwesen, auf die das Redaktionsnetzwerk Deutschland aufmerksam macht. Seit der Jahrtausendwende sei ungefähr jeder fünfte Euro des Kostenanstiegs beim Bauen auf immer neue und umfangreichere Vorschriften und Normen zurückzuführen, erklärt Dietmar Walberg, der Chef des Kieler ARGE-Instituts. "Die Flut der Vorschriften hat das System völlig entgleisen lassen", sagt er unverblümt. Auch Heike Böhmer vom Institut für Bauforschung in Hannover ist besorgt: Immer dickere Dämmschichten, komplizierte Anlagen, schärfere Vorgaben – auf der Baustelle sei das kaum noch vernünftig umsetzbar. Mal ehrlich, manchmal klingt Bauen wie ein einziger Spießrutenlauf durch Paragrafendschungel und widersprüchliche Detailregeln: Barrierefrei, aber trotzdem dicht gegen Feuchtigkeit? Das beißt sich, so Walberg – und davon gibt es nach seiner Aussage hunderte solcher Beispiele. Beide warnen, dass sich in der Branche Frust angestaut hat und eine "radikale Entschlackung" der Normen dringend notwendig sei. Ein Hoffnungsschimmer zeichnet sich am Horizont ab: Ein neuer Gebäudetyp E soll alles vereinfachen, außerdem wird an neuen Gesetzen geschraubt. Bleibt die bange Frage: Kommen wir da je wieder raus aus dem Regeldickicht?
Die Baukostensteigerung in Deutschland wird maßgeblich durch die stetig wachsende Zahl an Normen und technischen Vorschriften verursacht, das ergibt eine aktuelle Studie. Experten fordern eine umfassende Reduktion und Vereinfachung der Normen, um das Bauen kostenverträglicher und praktikabler zu machen. Aktuell arbeitet die Politik an neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen und überlegt, mit alternativen Gebäudekonzepten wie dem sogenannten Gebäudetyp E, gegenzusteuern. Zusätzlich zeigt eine Recherche aus mehreren Leitmedien, dass steigende Zinsen, Materialpreise und eine angespannte Arbeitsmarktlage die Problematik verschärfen. Auf politischer Ebene wird die Forderung nach schnelleren Genehmigungsverfahren, flexiblerem Bauen und einer stringenten Normprüfung zunehmend lauter.